„Ich verkaufe nicht an Zigeuner“

„Geisterbahn“: Mit vielen bewegenden und empörenden Details und Figuren breitet Ursula Krechel das Schicksal der Sinti-Familie Dorn aus. In diesem Panorama eines Jahrhunderts deutscher Geschichte stecken mehrere Romane. Ein Ereignis!

Erzählerin von generöser Freigebigkeit. Ursula Krechel.
Erzählerin von generöser Freigebigkeit. Ursula Krechel.
Erzählerin von generöser Freigebigkeit. Ursula Krechel. – Boris Roessler / dpa / picturedesk.com

Für die Familie Dorn in Trier hätte 1936 ein gutes Jahr werden sollen. Mit Karussell, Buden, Ponys sind die Schausteller so erfolgreich in der Region unterwegs, dass sie es schon fast zu bürgerlichem Wohlstand gebracht haben. Eben sind Alfons und Lucie mit ihrer stetig wachsenden Kinderschar in ein schmuckes Häuschen gezogen, in dessen Garten die Fliederbüsche blühen. Die kleinen Leute von Trier und den Gemeinden der Umgebung sind dankbar, dass es diese Familie von Sinti gibt, die mit ihren prächtigen, lauten, rasselnden Wunderwerken von Jahrmarkt zu Jahrmarkt zieht. Denn für ein paar Stunden möchten sie genießen, was das Leben außer Arbeit und Sorgen noch für sie bieten könnte – Zauber und Glück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2019)

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