Gerhard Roth: Sturm über der Lagune

Gerhard Roths Venedig-Trilogie, zweiter Teil: Der Übersetzer Lanz spielt mit dem Gedanken an Selbstmord. Abgelenkt wird er durch eine mysteriöse Frau, die den Roman in kriminalistische Gefilde lenkt – ohne atemlos zu werden.

Geduldiges Beschreiben. Gerhard Roth.
Geduldiges Beschreiben. Gerhard Roth.
Geduldiges Beschreiben. Gerhard Roth. – Mirjam Reither / picturedesk.com

Der Titel ist ungewohnt holprig: „Die Hölle ist leer – die Teufel sind alle hier“. Mit wenigen Ausnahmen bestehen die Titel seiner Romane aus maximal drei Wörtern. Der erste Satz jedoch ist eine typische Gerhard-Roth-Einleitung: „Jeden Morgen ging Lanz zum Strand und spazierte vom aufgelassenen Marine-Hospital, in dessen Nähe er wohnte, bis zum Hotel Excelsior und wieder zurück.“ Der Titel übrigens ist eine Anleihe, aus Shakespeares „Sturm“. Er wird vom Luftgeist Ariel gesprochen, ist schon bei Shakespeare ein Zitat und klingt im Original ungleich geschmeidiger: „Hell is empty / And all the devils are here.“ Prosperos Insel indes ist fern. Wieder führt uns der Autor nach Venedig. Der Roman ist als zweiter Teil einer mit dieser Stadt verknüpften Trilogie angekündigt, die mit der „Irrfahrt des Michael Aldrian“ eröffnet wurde.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.04.2019)

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