„Jurassic Park des Grauens“

„Die Teufelswerkstatt“: Jáchym Topol verbindet Fakten und groteske Übertreibungen, nimmt die Widersprüche und Auswüchse der „Gedenkpolitik“ satirisch ins Visier.

Wer den Holocaust-Gedenkstätten-Tourismus kritisiert oder gar parodiert, gerät schnell in den Verdacht, es mit den Verdrängern und Verschweigern zu halten, undmuss sich sagen lassen, dass noch dieschlechteste Gedenkstätten-Routine besser ist als jene nicht einmal gekennzeichneten Massengräber in der Ukraine, auf denen Rinder weiden und Kinder spielen. Wer die Gedenkstätten an den Holocaust mit jenen vergleicht, die an den Massenmord unter Stalin erinnern, verstrickt sich nur zu leicht in das Aufrechnen von Leichenbergen.

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.05.2010)

Meistgelesen