Der Tod im Tattoo

Seit Oskar Werner in „Fahrenheit 451“ den Feuerwehrhauptmann Freitag spielte, ist auch der Autor des Romans bei uns bekannt: Ray Bradbury. Am 22. August feiert er seinen 90. Geburtstag.

Es gibt Sätze, die treffen einen wie ein Schlag, haken sich fest im Gedächtnis und lassen einen nicht mehr los. Etwa: „Quite suddenly there was no more road.“ Als ich ihn mit 16 Jahren las, kannte ich den Verfasser jener apokalyptischen Erzählung noch nicht, in der ein Mann während der Wirtschaftskrise 1929 mit seiner magischen Sense den Weltuntergang heraufbeschwört. Bald bestellte ich mir „The October Country“ – mit diesem Text und weiteren Short Stories aus der Frühphase Bradburys. Seither begleitet mich„einer der größten Visionäre unter den zeitgenössischen Autoren“ (Aldous Huxley), und ich kann wohl sagen: Ohne die Kenntnis seiner Werke würde ich anders schreiben und andere Themen behandeln – wenn überhaupt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2010)

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