Coolness und das kleine Glück

Forcierte Zwangsoriginalität und ein Übermaß an flapsigen Pointen bietet Doris Knechts Roman „Gruber geht“. Doch wenn es um die wichtigen Dinge geht, um Liebe und Tod, ist die Autorin herrlich altmodisch.

Gruber ist Mitte dreißig, verdient mit „Investmentscheiß“ unglaublich viel Geld und liebt das schnelle Leben, das er führt, immer auf dem Sprung von einer Börsestadt in die andere und dort von einem In-Lokal ins nächste. Er ist überheblich, beschränkt, egomanisch, ein richtiger Kotzbrocken, aber die Frauen mögen ihn trotzdem oder deswegen, wer weiß das schon. Seit Wochen trägt er den Brief eines Krankenhauses ungeöffnet in der Tasche des Sakkos, und als der Wiener in Zürich mit einer Zufallsbekanntschaft aus Berlin im Bett landet, hat er endlich die Frau gefunden, die interessiert genug an ihm ist, diesen für ihn zu öffnen. Er ist nicht überrascht, sondern in seiner dumpfen Ahnung bestätigt, als er von Sarah erfährt, dass in seinem Bauch ein Tumor wächst und er sich schleunigst im Spital melden solle.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2011)

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