Verraten, verfemt, vernichtet

Ereignis und Entdeckung: „Im Schatten des Hochschwab“– der verschollen geglaubte Wider-standsroman des Steirers Josef Martin Presterl.

Den sieben kommunistischen Lebensläufen, die der jugoslawische Schriftsteller Danilo Kiš einst zu einem Grabhügel aus Heldenmut, Verrat und Terror aufgeschüttet hat, wäre er als achter oder 120ster oder 50.000ster anzufügen: der Fall des Grazer Lehramtskandidaten und Spanienkämpfers Josef Martin Presterl, der nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager Dachau in seine Geburtsstadt zurückgekehrt war, wo er im Auftrag der KPÖ den Antifaschistischen (später: Österreichischen) Volksverlag leitete, dann einen eigenen, den Kristall-Verlag gründete und mit einem ambitionierten Programm startete, als Herausgeber und Redakteur der kommunistischen Tageszeitung „Die Wahrheit“ tätig war, Lesungen organisierte und als Erster auf das dichterische Werk seines Freundes Richard Zach aufmerksam machte, der im Jänner 1943 hingerichtet worden war.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.04.2011)

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