Sublim, Sir!

Mit „Hitchcock“ erschien 1957 das erste Buch über den „Master of Suspense“, geschrieben von Eric Rohmer und Claude Chabrol. Dieses Pionierwerk liegt nun erstmals auf Deutsch vor. Der blendend geschriebene Band ist Grundstein aller Hitchcock-Forschung.

Wie wir dargelegt haben, ist Hitchcock einer der größten Erfinder von Formen in derGeschichte des Films.“Heute mag dieser Satz aus dem Schlusskapitel der bahnbrechenden Studie „Hitchcock“ von Éric Rohmer und Claude Chabrol wie ein Gemeinplatz anmuten: Die politique des auteurs, die den Regisseur als zentralen Gestalter eines Films anerkannt hat, hat sich nicht nur in Fachkreisen durchgesetzt. Und gerade Alfred Hitchcock ist zum populären Inbegriff des kreativen Künstlers in der kommerziellen Filmproduktion geworden, der seine Werke bis ins letzte Detail komponiert hat. Hitchcocks beim Erscheinen eher abgelehnter Krimi „Vertigo“ (1957) ist in den letzten Dekaden zum Gral der Cinephilie geworden: 2012 hat er bei der renommiertesten Umfrage nach „dem größten Film aller Zeiten“ (vom britischen Magazin „Sight & Sound“) den jahrzehntelangen Spitzenreiter „Citizen Kane“ abgelöst.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2013)

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