Vom Wahren und von Waren

Wer kennt sie nicht, die Kulturpessimisten, bei denen alles, was nicht aus Papier ist, Verlustgefühle aufkommen lässt? Es ist wohl an der Zeit zu sagen: Auch ein E-Book ist ein Buch, bloß anders. Wider das E-Book-Bashing: Einwände eines Buchverlegers.

Es sieht bisweilen ganz so aus, als stünde das Buch demnächst auf der Roten Liste mit dem Vermerk: Das Buch stirbt aus. Noch hat es zwar so seine Reservate, man kümmert sich, man sorgt sich. Aber das Buch ist, wenn nicht Dronte oder Schnabeltier, zunehmend so etwas wie der Esel: Gerade kannte man ihn noch aus seiner Jugend, dann nur noch von einem Urlaub auf einer griechischen Insel, auch schon Jahre her, und zuletzt hatte man dem Kind die Bremer Stadtmusikanten vorgelesen, und es fragte tatsächlich: Papa, was ist ein Esel?

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.06.2013)

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