„Kühn, bitte mehr kühn!“

„Ausschneiden, was ist – das ist meine Devise“: Karl Kraus, die Fotografie und der Erste Weltkrieg.

Portraet von Karl Kraus
Portraet von Karl Kraus
Portraet von Karl Kraus – APA

Am 28. Juli 1914, dem Tag, an dem der Erste Weltkrieg beginnt, hält sich Karl Kraus zusammen mit seiner Freundin, der böhmischen Gräfin Sidonie Nádherný von Borutin, in den Südtiroler Dolomiten auf. In Kraus' Auto wollen die beiden eine sommerliche Ausflugsfahrt über die Passstraßen quer durch das Gebirge unternehmen. Zehn Jahre später erinnert sich Kraus an diesen Tag. In der „Fackel“ beschreibt er, wie er „in Südtirol aus Lastautomobilen die Begeisterung des Schlachtviehs für seine Metzger gehört hatte, kühl bis ans Herz hinan gegen die Sache, der es galt und die eine schlechte war“. Und er ergänzt: „Von da an bin ich dem Gefühl, das mich mit diesem Vaterland verband: dem Abscheu, in Wort und Schrift nichts schuldig geblieben.“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.11.2013)

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