20.000 Seiten Österreich

Anfang dieses Jahres starb Österreichs langjähriger Handelsminister Josef Staribacher. Sein politisches Tagebuch, das er von 1970 bis 1983 täglich diktierte, erlaubt überraschende Einblicke in die Entscheidungsprozesse heimischer Politik.

Auf alle Fälle ist dies das letzte diktierte Tagebuch“, sprach Josef Staribacher am 20. Mai 1983 auf Band. „Was ich damit anfangen werde, weiß ich nicht. Ursprünglich ist das Tagebuch entstanden, weil ich in der Nacht nicht schlafen konnte. Viele behaupten, dass es sich um ein zeitgeschichtliches Dokument handelt. Diese Meinung teile ich keineswegs. Morgens, wenn ich wach wurde, habe ich immer geflucht. Ich habe es hauptsächlich deshalb geführt, um meinen Mitarbeitern die beste Informationsmöglichkeit zu geben. ANMERKUNG FÜR SEKRETARIAT: Herzlichsten Dank auch für die ungeheure Schreibarbeit.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2014)

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