Im Takt der Pumpen

Die Kelag baut ein Kraftwerk. In den Hohen Tauern. Und kein Protest in Sicht: Denn heutzutage geht es nicht mehr um die Errichtung einer Riesenstaumauer, sondern um die Optimierung vorhandener Speichersee-Systeme.

Ein halber Meter Schnee kann harte Burschen nicht stoppen. Kurt David, Bauleiter Untertagebau der Kelag, steuert seinen Kia-Allradler auch in der kalten Jahreszeit zügig die glatten Serpentinen der steilen Bergstraße hinauf. Von seinem Hauptquartier am Ortsrand von Innerfragant fährt er zuerst in Richtung Talstation der Mölltaler Gletscherbahnen, wo die modisch-bunten Skifahrer ihr Sportgerät abladen. Einige hundert Höhenmeter weiter sind die Männer ganz anders gekleidet: Jetzt dominieren die grell orangen Arbeitsjacken und die gelben und schmutzig weißen Helme der Mineure und Tunnelspezialisten. Hier drehen sich statt der Skilifte die Betonmischer, den Takt geben nicht Schwünge an, sondern Pumpen. „Der Schnee selbst ist weniger das Problem“, erklärt David. „Es ist der Wind. Immer wieder weht er uns die Straße zu. Deshalb müssen wir auch mehrmals am Tag räumen.“

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