Der Mann am Zaun

In Dänemark ist er unvergessen. Und in seiner Heimat, Österreich? Vorwärts Steyr und der Februaraufstand, Vienna und die Gauliga, Nationalmannschaft und Schleichhandel: Wer ist Rudi Strittich? Ein Fußballer-Leben.

Der Vater Hilfsarbeiter in den Steyr- Werken, nach Ausbruch der Wirtschaftskrise die meiste Zeit erwerbslos oder nur tageweise beschäftigt, als Gerbergehilfe und Schneeräumer. Zwei ältere Schwestern. DieMutter geht als Bedienerin. Sie stirbt, als Rudi sechs ist, 1928, nach einer Abtreibung, wie er später erfahren wird. Nach fünf, sechs Jahren heiratet der Vater wieder, was Rudi freut, weil es mit dem Durcheinander zu Hause und mit dem Schuldenhaben vorbei ist. Aber die Stiefmutter, die eine Handstrickerei betreibt, hat ihn nicht lieb. Er soll ihr möglichst selten unter die Augen kommen. Oder brav sein und still sitzen. Eine Tante, Schwester der leiblichen Mutter, ist Krankenschwester in Wien. Sooft sie im Urlaub nach Steyr kommt, bringt sie ihrem Neffen einen echten Lederball mit. Deswegen lassen ihn die älteren Buben auchmitspielen, auf einer Gstättn in der Fuchslucken, unterhalb der Ennsleite, die zur Stadt hin steil abfällt.

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