Was lernen – wozu?

In unseren Schulen übertreffen einander die Protagonisten in gelernter Hilflosigkeit. Nicht nur Schülerinnen und Schüler fühlen sich ausgeliefert, auch Lehrkräfte und Eltern. Alle haben Angst voreinander. – Über Lernen und Realitätsverlust in der Schule.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die Jugend ist jene Phase, in der der Aufbruch aus der familiären Abhängigkeit in die weite Welt gelingen sollte, der Sprung aus der – prototypisch – stabilen, konservativen Familienstruktur in die dynamische, expansive Kultur. In dieser sollten Jugendliche als kompetente Akteure ankommen. Dazu brauchen sie Verfügungswissen und Orientierungswissen. Verfügungswissen ist Wissen um Ursachen, Wirkungen und Mittel. Wissenschaft und Technik liefern dieses Wissen unter gegebenen Zwecken. Es gewährleistet, dass Dinge richtig getan werden können und ist heutzutage leicht zugänglich. Orientierungswissen ist Wissen um gerechtfertigte Zwecke und Ziele und verhilft dazu, die richtigen Dinge zu tun. Orientierungswissen ist nicht so leicht zu erwerben. Es hat Selbstdenken, Einsicht in soziale Zusammenhänge, ethische Reflexion und Eigensinn zur Voraussetzung.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2014)

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