Es waren doch nur Gutachten

Seinen Anhängern galt er als liberal und offen: Igor Caruso, Psychologe, Professor, Charismatiker. Archivfunde belegen nun seine Verstrickung in das Euthanasie-Programm der Nazis.

Im Mai und Juni dieses Jahres überrollte eine Lawine von Zuschriften die Redaktion der „Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis“. Da ich diese Zeitschrift seit sieben Jahren herausgebe (zusammen mit Betty Raguse in Basel und Erika Kittler in Freiburg), waren die meisten Briefe an mich gerichtet; sie kamen aus Salzburg, aus Innsbruck, Klagenfurt und Wien, von psychoanalytischen Kolleginnen und Kollegen, und alle waren sich einig: Die Publikation eines biografischen Aufsatzes zu Igor Caruso in der letzten Ausgabe war ein schwerer Fehler gewesen, wenn nicht gar ein extremer Schaden „für die Psychoanalyse“ entstanden war. Wer ist dieser Mann, dass er so heftige Verteidiger auf den Plan ruft?

Das ist drin:

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2008)

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