Die letzte Flamme

Vom tschechischen Susice aus versorgten drei Generationen der Familie Fürth ganz Europa mit „Solo“-Zündhölzern. Ende des Jahres wird die Fabrik stillgelegt. Nachrichten aus dem Böhmerwald.

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)

Noch steht sie da, die alte Schwedin. Viele Tonnen schwer und groß wie ein Einfamilienhaus. Noch brummt und zischt sie, rüttelt und stampft sie, dass der Boden in der riesigen Halle vibriert. Auf der einen Seite saugt sie Karton, Hölzchen und Chemikalien ein, auf der anderen Seite spuckt sie gefüllte Zündholzschachteln aus: 39.000 Schachteln zu je 43 Zündhölzern pro Stunde, 300.000 Schachteln pro Arbeitsschicht. Gebaut wurde das grüne Ungetüm 1980 von der schwedischen Firma „Arenco“, es ist heute noch auf dem letzten Stand der Technik. „Unser Mercedes“, lobt Manager Stanislav Bojanovsky fast zärtlich die Maschine und zeigt dann ins andere Eck der Halle: „Ein deutsches Fabrikat aus den Sechzigerjahren, nicht sehr zuverlässig – unter den Autos wäre das ein Trabant.“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2008)

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