Der Klang der Stille

„Es war ein bisschen laut!“ Wird das dereinst unsere Bilanz am Ende eines Lebens zwischen Verkehrslärm und Zwangsbeschallung sein? Öffentliche Stätten der Ruhe: ein Blick nach Dresden, Linz und Wien.

Ein bisschen leiser!“, genauer: „A bissl stada!“, soll man einst Ludwig van Beethoven zugerufen haben, der auf seinen Spaziergängen gerne laut vor sich hin sang; und „A bissl stada!“ möchten wir auch heute so manchen Handytelefonierern und iPod-Hörern zurufen, deren akustische Emanationen uns beinahe überallhin begleiten. Zwar ist eine gewisse akustische Grundstimulanz insbesondere in den Städten unabdingbar, als ureigenster Ausdruck von Verdichtung und Dynamik, doch die Vielfalt der Reize zu bewältigen wird – so scheint es – immer schwieriger. Zunehmend weniger Freiräume bleiben erhalten, die es uns erlauben, der akustischen Zwangsbeglückung zu entgehen. Denn so wie in der Musik die Pause eine zentrales Element darstellt, braucht es auch in der Stadt ausreichend Ruhezonen, in denen sich die Ohren vom Bombardement der Signale erholen können. Eine Einsicht und Forderung, die – genau genommen – gar nicht so neu ist.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2009)

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