Eine Klasse für sich

Wien-Döbling vor 90 Jahren: Dass an einem Gymnasium zwei spätere Nobelpreisträger in ein und derselben Klasse die Schulbank drücken, ist in der Wissenschaftsgeschichte einmalig. Eine Erinnerung an Wolfgang Pauli und Richard Kuhn.

Anfang Juli 1918, als sich das Ende des schrecklichen, sinnlosen Ersten Weltkrieges abzuzeichnen begann, fand wie jedes Jahr am Döblinger Gymnasium (Gymnasiumstraße 83), das damals noch ein k.k. Staatsgymnasium war, die Reifeprüfung statt. Das Prüfungskollegium bestand vorwiegend aus alten und älteren Herren, die jüngeren Pädagogen waren längst zum Dienst am Vaterland verpflichtet worden. Unter den zwölf Kandidaten befand sich der spätere Nobelpreisträger für Physik Wolfgang Pauli. Etliche Schüler hatten bereits die Kriegsmatura abgelegt. Zu ihnen gehörte der spätere Nobelpreisträger für Chemie Richard Kuhn. Dass an einem Humanistischen Gymnasium in ein und derselben Klasse zwei künftige Nobelpreisträger Seite an Seite die Schulbank drückten, ist in der Wissenschaftsgeschichte einmalig. Es ist leider nicht oft genug gewürdigt worden.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2009)

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