Andreas Hofer: Tiroler Taliban?

Der Tiroler Volksaufstand: Heldenhafter Kampf gegen eine totalitäre Fremdherrschaft – oder reaktionäre Auslöschung eines ohnehin schwachen „Lichts der Aufklärung“? Andreas Hofer und das Jahr 1809: eine Überprüfung.

April 1809: „Die Juden und Uhrmacher der Stadt wurden rein ausgeplündert. Auch verschiedene Studenten mussten, weil sie in jüdischen Häusern wohnten, ungeachtet sie ihr Christentum mit verschiedenen katholischen Zeichen zu beweisen sich bemühten, ohne Weiteres als Juden gelten, sich ihre Habe rauben lassen und zufrieden sein, dass sie durch Flucht ihr Leben retteten.“ – So erinnert sich einer von Andreas Hofers besonneneren Mitstreitern, der Priester Josef Daney, in seinen Memoiren an die „Befreiung“ Innsbrucks durch die Partisanenarmee – derselbe Josef Daney übrigens, der Hofer im November darauf am Jaufenpass zur Aufgabe des sinnlosen Kampfes überreden wollte und vom Sandwirt dafür zum Tode verurteilt wurde. Pikanterweise war es ein französischer Suchtrupp, der Daney in letzter Minute das Leben rettete.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.03.2009)

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