In den Himmel geschrieben

„Problemklasse“, flüstert mir die Lehrerin ins Ohr. Mein Workshop für Erstwähler: dreimal 50 Minuten politische Bildung in einem Wiener Gymnasium. Ein Erfahrungsbericht.

(c) AP (Axel Heimken)

Die Schulglocke schmerzt in den Ohren. Stante pede werden die Türen der Klassenzimmer aufgestoßen, ich verstehe kein Wort, schaue in das Gesicht der mich begrüßenden und mir einen unbekannten Sachverhalt schildernden Lehrerin. Sie gestikuliert, lächelt, ich zucke mit den Schultern, lächle auch. Zehn-Uhr-Pause. Die 6B schlendertdurch die überfüllten Gänge, ich hinterher, Stau im Stiegenhaus, die Schüler beißen in Wurstsemmeln, tippen in Handys, stellen Entgegenkommenden das Bein. Wir haben nicht genügend Klassenzimmer und sindständig auf der Achse, erklärt die Lehrerinund drückt sich im Vorübergehen einenCappuccino aus dem Automaten. Der Pinnwand vor dem Lehrerzimmer entnimmt sie die Raumaufteilung dieses Vormittags, wir müssen in den dritten Stock, Beeilung, weitersagen, in die Musikklasse, 3B.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2009)

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