Weil kein Mann kein Mann ist

Die menschliche Geschichte endlich als den Irrwitz anzusehen, der sie ist, als eine endlose Kette von Handlungen, die einfach unverständlich sind und denen nur mit poetischem Unsinn zu begegnen ist: Das bietet Bertolt Brecht in seiner Urfassung von „Mann ist Mann“. Hinweise zu einer Entdeckung.

Im Jahr 1925 initiierten Schauspieler des Theaters in der Josefstadt eine Reihe, die ausschließlich expressionistische Dramen spielen sollte, und nannten sie „Das Theater des Neuen“. Sie wurde am 21. März 1926 mit Bertolt Brechts Stück „Baal“ von 1918, genauer der Neufassung „Lebenslauf des Mannes Baal“, eröffnet. Als Prolog gab es eine „Ankündigung“ in Form eines szenischen Dialogs. Die Darsteller des Stücks, darunter Oskar Homolka, Egon Friedell und Gustav Waldau, spielten sich selber, indem sie über die aktuellen „ominösen Vorgänge in Europa“ debattierten. Diese seien nichts anderes „als eine sehr umständliche Art, den lebensmüden Begriff des Individuums in das Grab zu legen, das er sich selbst geschaufelt hat“, wie Egon Friedell den Sachverhalt formulierte.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2016)

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