Mein kleiner Rest Loyalität

Ich bin 69 Jahre alt und seit 45 Jahren Mitglied der SPÖ. Noch. Als die „Generation Ampelpärchen“ an die Macht kam: eine Abrechnung.

Ich bin 69 Jahre alt und seit 45 Jahren Mitglied der SPÖ. Noch. Wie kommt eine solche Einstellung zustande? Sicher auf ziemlich irrationaler Basis. Der Vater hat auf den langen sommerlichen Autofahrten nach Rimini gerne gesungen. Das Kind, das ich einst war, wollte immer wieder das Kinderfreundelied hören: „Wir sind jung, die Welt ist offen.“ Ich habe es an seinem Grab spielen lassen. Ein paar alte Genossen haben mitgesungen. Andere haben geweint. Papa war ein Kind der Armut, hat es „zu etwas gebracht“, aber seine Wurzeln in der Arbeiterbewegung der 1920er-Jahre nie verleugnet. Die Freunde meiner Eltern, die meist auch Gärten auf der Schmelz hatten oder Dauerkabinen im Gänsehäufel, mochte ich als Kind gern, auch wenn sie keine großartigen Jobs hatten und manche Fremdwörter falsch betonten. Die „alten Jugendlichen“ von der SAJ hielten zusammen. Sie waren Heimat für mich.

Das ist drin:

  • 0 Minuten
  • 0 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.06.2016)

Meistgelesen