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Im Inland illustrierten sie den Triumph über einen „Verräter“. Im Ausland die These von den „Austrian Brutalities“. Und für Karl Kraus markierten sie das Ende des alten Österreichs: die Fotos von der Hinrichtung des Cesare Battisti im Juli 1916. Doch wer war der Reichsratsabgeordnete und Irredentist aus Trient?

Das Bücherregal meiner Eltern war winzig: ein paar Bildbände, etliche Gartenbücher meiner Mutter, ein Atlas, um sich in der großen Welt zurechtzufinden, und die Dolomitensagen von Auguste Lechner. Das war's. Wie ich als 15- oder 16-Jähriger auf die Bücher des Journalisten und Historikers Claus Gatterer gestoßen bin, weiß ich nicht mehr. Vermutlich habe ich sie aus der Stadtbibliothek der benachbarten Südtiroler Kleinstadt Bruneck mitgebracht, wo ich ins Gymnasium ging. „Schöne Welt, böse Leut“ hieß sein Band, der mich damals am meisten faszinierte. Mit Augenzwinkern lässt Gatterer darin die Geschichte seines Dorfes – das unweit meines Heimatortes liegt – und seiner Heimat Südtirol in der turbulenten Zeit zwischen den beiden großen Kriegen des 20. Jahrhunderts Revue passieren. Was mir gefiel: Da berichtete einer von der kleinen Welt in der großen, und zwar in Bildern und Geschichten, die ich verstand.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2016)

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