Martin Leidenfrost: Jeder will nach Jerusalem

„Expedition Europa“: Eritreer in Israel – und die EU.

Der Bus vom Flughafen Owda fährt ewig am neuen israelischen Grenzzaun entlang. Der ist 250 Kilometer lang, eine perfekte Asphaltstraße begleitet ihn, er schimmert silbern von den Bergrücken der Wüste. Diese Grenze war offen, bis 2012 kamen etwa 35.000 eritreische Flüchtlinge von Ägypten nach Israel. Ich habe die Berichte bei mir, wie etwa 7000 von ihnen im Sinai drüben gekidnappt wurden. Beduinen, die so den traditionellen arabischen Handel mit schwarzen Sklaven wiederaufnahmen, hungerten dieEritreer aus, hängten sie auf, vergewaltigten die Frauen. Um Lösegeld zu erpressen, ließen sie ihre Opfer unter Folter ins Telefon schreien. 2012 sagte ein 17-jähriger Beduine Human Rights Watch: „Ich kaufe sie für 10.000 Dollar, heuer habe ich schon 200.000 Dollar Profit gemacht. Drei von ihnen starben, weil ich sie zu heftig schlug.“ Eritreer in Israel, ist das eine europäische Expedition? Zunächst nurinsofern, als die EU sie mit einer knappen Million unterstützt.

Das ist drin:

  • 3 Minuten
  • 531 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2017)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Meistgekauft