Najem Wali: Babel ist überall

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel könnte uns eines lehren: Die Zerstreuung der Menschheit über die Erde war ein Segen und kein Fluch. Denn je mehr wir Fremde werden, desto mehr beheimaten wir die Welt.

Als ich vor rund 36 Jahren ins Exil ging, hatte ich 300 Dollar dabei und außerdem drei Bücher: „Die Früchte der Erde“ von André Gide, „Vom großen Aufstand“ von Henry Miller und „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel García Márquez. Das war meine ganze Beute aus einem Land, das so reich gewesen war an allem und in der Vernichtung endete. Mir war damals nicht bewusst, dass es sich gerade bei dieser Beute, so armselig sie erscheinen mochte, doch um einen Schatz handelte, den kein reicher Fang, weder Gut noch Geld, ersetzen konnte. Drei Bücher von Autoren unterschiedlicher Nationalität, geschrieben in drei verschiedenen Sprachen: Französisch, Amerikanisch und Spanisch, vereint in der arabischen Sprache, in die man sie übersetzt hatte.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.05.2017)

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