Arbeit ist nur das halbe Leben

Vom Frühkapitalismus zur Industrie 4.0. Unser einstmals christlich-calvinistisch geprägtes Arbeitsethos wird zunehmend verdrängt durch eine ästhetisierte Lebensführung, die den Gedanken der Berufspflicht hinter sich lässt. Über Arbeitsethos im postindustriellen Zeitalter.

Zu den wirkmächtigen Narrativen der Moderne gehört Max Webers These vom Geist des Kapitalismus, der aus dem Calvinismus geboren wurde, sich aber in der Moderne zunehmend verflüchtigt habe. Sie wird freilich oft in vergröberter Form kolportiert, stellt doch Weber die Beziehung von Calvinismus und Kapitalismus recht differenziert dar. Jedenfalls gilt es für Weber als ausgemacht, dass die kapitalistische Wirtschaftsform, die zwar bis heute etliche Transformationen erfahren hat, aber als global dominant fortbesteht, sich ohne das protestantische Arbeits- und Berufsethos nicht in der Weise hätte entwickeln können, wie es tatsächlich geschehen ist.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2017)

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