Welt ohne Männer

Sie fotografierten Stars und Glamour, Intellektuelle, aber auch Alltag und Leben in der Zwischenkriegszeit. Wie die Karrieren junger jüdischer Fotografinnen im Wien der 1920er- und 1930er-Jahre begannen – und 1938 endeten. Eine Recherche.

Alle Männer sind von der Welt verschwunden bis auf einen. In der Regierung, in den Städten, auf dem Land, in den Fabriken und Geschäften – nichts als Frauen.“ Das Szenario, das die Wochenzeitung „Wiener Bilder“ im Jahr 1925 entwirft, stammt aus dem Film „Die Welt ohne Männer“, einem amerikanische Streifen, der im Juni 1925 in den Wiener Kinos gezeigt wurde. „Der einzig überlebende Mann wird entdeckt, versteigert und von Millionen Frauen als das kostbare Gut gehütet.“ Man könnte diese seichte Filmepisode, die im Jahr 2000 angesiedelt ist, als belanglose Männerfantasie der 1920er-Jahre abtun. Aber ganz so einfach liegen die Dinge nicht: Der Glückliche ist auch der Gejagte, die Haremseligkeit schlägt schnell in ein Angstszenario um: Der letzte Mann der Erde unterliegt der gewaltigen Frauenübermacht.

Das ist drin:

  • 0 Minuten
  • 0 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2010)

Meistgelesen