Meine Seele kriegt ihr nie

Jahrelang ist der Kanadier Carl Campeau an den gefährlichsten Schauplätzen der Welt für die Vereinten Nationen im Einsatz. Bis er in Syrien verschleppt wird. Von der UNO im Stich gelassen, erlebt er acht Monate des Horrors in der Hand der Terrorgruppe al-Nusra. Nach seiner Befreiung schreibt er ein Buch.

Es ist Sonntag, der 17. Februar 2013.Kurz nach neun Uhr morgens steige ich in Wien in meinen Wagen. Über Prag führt die Reise nach Berlin. Ich werde meine Frau von dort an die Ostsee bringen, wo sie an der Oper in Stralsund das Nettchen in Alexander Zemlinskys „Kleider machen Leute“ singt. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Zur selben Stunde, da ich Richtung Weinviertel und durch Böhmens verschneite Flur steuere, ist auch er in Syrien ins Auto gestiegen: Er, das ist mein Freund Carl Campeau, „UN Legal Adviser“, Jurist der Vereinten Nationen, im Rahmen der UNDOF („United Nations Disengagement Observer Force“) tätig seit rund drei Jahren auf den Golanhöhen, die Israel und Syrien trennen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.01.2018)

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