Wegen NSDAP-Mitgliedschaft: Muss Zweigelt umbenannt werden?

Dass der Botaniker und Rebenzüchter Friedrich Zweigelt (1888 bis 1964) Mitglied der NSDAP war, ist unbestritten. Muss deshalb die nach ihm benannte Rotweinsorte einen neuen Namen erhalten? Hinweise zu einer kürzlich aufgeflammten Diskussion.

Als „Rotburger“ gezüchtet, erst posthum nach dem Züchter benannt: Zweigelttrauben.
Als „Rotburger“ gezüchtet, erst posthum nach dem Züchter benannt: Zweigelttrauben.
Als „Rotburger“ gezüchtet, erst posthum nach dem Züchter benannt: Zweigelttrauben. – TSI / dpa Picture Alliance / picturedesk.com

Ich fahre zwar keinen Porsche, trage aber ohne nachzudenken Boss-Anzüge und höre Richard Strauss. Damit nicht genug, muss ich gestehen, dass ich das Neujahrskonzert von Herbert von Karajan als eines der besten seiner Art schätze. Und warum soll ich nicht Richard Wagner hören? Nur beim Rotweintrinken wird die Erinnerung lebendig und das historische Bewusstsein wach, denn mit dem Zweigelt soll ich Probleme haben? Die Diskussion über den Umgang mit der NS-Vergangenheit hat auch die Weinwirtschaft erfasst. Und nicht nur in diesem Fall drängt sich die Frage auf: Werden Firmen und Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen?

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2019)

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