Wie viel Religion brauchen wir?

Religion ist weder mit Metaphysik noch mit Moral zu verwechseln – und auch kein Mischmasch aus beidem. Über Allgemeinbildung, Transzendenz und die Pläne für einen Ethikunterricht in Zeiten des religiösen Pluralismus.

Wir haben es nicht nur mit einer Pluralität von Wertesystemen zu tun, sondern auch mit einer Vielzahl von Ethiken.
Wir haben es nicht nur mit einer Pluralität von Wertesystemen zu tun, sondern auch mit einer Vielzahl von Ethiken.
Wir haben es nicht nur mit einer Pluralität von Wertesystemen zu tun, sondern auch mit einer Vielzahl von Ethiken. – (c) Wolfgang Freitag

Bildung und Wissen sind der Schlüssel zur Zukunft moderner Gesellschaften und ihrer Ökonomie. Wer auf der Höhe der Zeit sein will, spricht von der Wissensgesellschaft. Nun gibt es Bildung nicht ohne Wissen, aber Wissen ist nicht schon mit Bildung im Sinne der humanen Selbstbildung gleichzusetzen. Außerdem ist zwischen verschiedenen Arten des Wissens zu unterscheiden. Der Wissenschaftstheoretiker Jürgen Mittelstraß differenziert zwischen Verfügungswissen und Orientierungswissen. Während uns Verfügungswissen eine Antwort auf die Frage gibt, was wir tun können, beantwortet Orientierungswissen die Frage, was wir können sollen und wie wir leben sollen. Das Wissen des Glaubens transzendiert diese Frage nochmals, indem es nach dem Grund unseres Daseins und unserer Lebensmöglichkeiten fragt. Zum Orientierungswissen gehört nicht nur das weite Feld der Ethik, sondern auch das Gebiet der Religionen. Religiöses Wissen gibt eine Antwort auf die Frage, worauf wir im Leben und im Sterben vertrauen und hoffen dürfen.

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.04.2019)

Meistgekauft
    Meistgelesen