Wenn Algorithmen über den Job entscheiden

Welche Gruppen von Arbeitslosen sollen gefördert werden, welche nicht? In welchen Familien sind Kinder in Gefahr, vernachlässigt zu werden? Fragen dieser Art versucht man immer öfter über automatisierte Systeme zu klären. Auch in Österreich.

Künstliche Intelligenz?
Künstliche Intelligenz?
Künstliche Intelligenz? – (c) Wolfgang Freitag

Stellen Sie sich vor, Sie suchen einen Job. Das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, sagt Ihnen, dass das Bewerbungsverfahren viel einfacher wird, wenn Sie den Nutzernamen und das Passwort Ihres persönlichen E-Mail-Kontos übermitteln. Dann könnten nämlich Ihre E-Mails analysiert werden, um daraus ein Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Sie müssen keinen komplizierten Fragebogen ausfüllen, denn das ist langweilig und auch viel weniger zuverlässig, als Ihre Mails auszuwerten, denn die sind viel schwieriger zu manipulieren. Am Ende gewinnen alle: das Unternehmen, weil es viel exaktere Bewerbungsprofile bekommt und damit passendere Mitarbeiter, Sie, weil Sie weniger Arbeit haben und einen Job finden, der besser zu Ihnen passt, und die Firma, die das Analysesystem anbietet, denn sie kann damit viel Geld verdienen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2019)

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