Kaum um die Ecke denken

Die Dummheit überfällt und plagt mich, und wenn ich mich mit ihr auch nicht einig fühle, so habe ich sie doch selten unter Kontrolle. Ist Erkenntnis unserer Dummheit zumutbar?

Gezeichnet von Bernd Zeller.
Gezeichnet von Bernd Zeller.
Gezeichnet von Bernd Zeller.

Wie Robert Musil in seinem berühmten Essay „Über die Dummheit“ kann auch ich sagen, dass ich mit der Dummheit in kollegialem Verhältnis stehe; denn sie ist mir so bequem wie sie verbindlich ist, nämlich eine, vielleicht sogar unvermeidliche, Komponente menschlicher Gesellschaft. Allerdings bin ich (wie ja wohl viele) meiner Dummheit auch feindlich gesinnt. Denn sie überfällt und plagt mich, und wenn ich mich mit ihr auch nicht einig fühle, so habe ich sie doch selten unter Kontrolle. Könnte ich das Beste aus ihr machen, so müsste ich sie für notwendig halten, für eine Art Nährboden geradezu für ihr Gegenteil. Überzeugt von dieser nachsichtigen und optimistischen Möglichkeit bin ich allerdings nicht.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2019)

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