Schritte, die die Bretter fressen

Der Medienhype rund um sie ließ nicht mehr erkennen, wem sie ihre Karriere zu verdanken habe: der Berichterstattung über ihre Liebhaber – oder ihrem Können. Wer war Fanny Elßler? Zum 200. Geburtstag.

Man stelle sich folgende Szene vor: Zeit – die 1870er-Jahre; Ort – ein Wiener Salon. Unter den Gästen befindet sich ein in Wien seit Langem tätiger Musikwissenschaftler, Musikästhetiker und Musikkritiker – als solcher schreibt er auch für die „Neue Freie Presse“. An diesem Abend findet er sich in einer neuen Rolle wieder, denn er tritt nicht in seinem Part als gefürchteter Schreiber, sondern als Bewunderer einer Ballerina auf. Und er bewundert nicht nur die Dame, die schon vor 20 Jahren die Bühne verlassen hat, der Herr, der „Über das musikalisch Schöne“ geschrieben hat, setzt sich sogar ans Klavier und spielt Ballettmusik, nach einem Tempo, das ihm die Tänzerin angibt!

Das ist drin:

  • 0 Minuten
  • 0 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2010)

Meistgelesen