Zwischen Ort und zwischen Zeit

Leer stehend, verschlossen und geheimnisumwittert: das ehemalige Kartografische Institut in der Wiener Josefstadt. Ein Kunstprojekt macht es nun zugänglich wie nie zuvor – und wohl nie wieder danach.

Unnahbar, abweisend, stolz, fast ein wenig mit Trotz erfüllt, liegt es hinter dem Park. Hohe Gitter schließen den Hof ab. Strikt ist die Symmetrie. Mit ihrem spärlichen Dekor legt die Fassade ein Zeugnis strenger Zurückhaltung ab. Schweigend ragen die Geschoße in die Höhe. Dieses dunkle Schweigen, welches für die Vorbeigehenden die Ausstrahlung bestimmt, scheint sich auch bis tief in das Innere des Gebäudes hineinzuziehen. Geheimnisse liegen in der Luft.Mit den hellen Stimmen und den schnellen Bewegungen der Kinder, die gegenüber in ihrer Spielzone zugange sind, lässt sich das Gebäude ganz und gar nicht in Einklang bringen. Zu schwer lasten das Schweigen und die Leere. Diese erzeugen Abwehr mit Signalwirkung. Achtung: Hier soll keiner hinein, hier hat eine Geschichte ein Ende gefunden. Will man mehr wissen, so muss man die verschlossenen Türen öffnen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.11.2010)

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