Die Gärten, die es nie gab

Entlang seiner eigenen Biografie erzählt Giorgio Bassani in seinem Roman „Die Gärten der Finzi-Contini“ von Diskriminierung und Deportation der jüdischen Bevölkerung. Viel davon lässt sich in seiner Heimatstadt Ferrara finden.

Die Gärten der Finzi-Contini“ ist einer der bekanntesten italienischen Romane betitelt, zugleich Hommage an die Stadt Ferrara. In Ferrara mit seiner gewaltigen mittelalterlichen Burg, den engen Gassen und den großen Gärten mitten in der Stadt erlebte der junge Giorgio Bassani die Diskriminierung und Deportation der jüdischen Bevölkerung. Seine „Gärten der Finzi-Contini“ wurde auch durch die Verfilmung von Vittorio De Sica weltberühmt. Ein schlankes blondes Mädchen sitzt auf einer steinernen Gartenmauer, ein Mann blickt zu ihr auf. Die hohe Gartenmauer steht für die Barriere zwischen den unterschiedlichen Ideologien und zwischen den Gesellschaftsgruppen während der Zeit des Faschismus. Eine Hauptrolle in Roman und Film spielt die emilia-romagnolische Stadt Ferrara selbst. Die Stimmung und die Topografie der als „Città Ideale“ erdachten und verwirklichten Stadt am rechten Ufer des Flusses Po ist in Bassanis Werk dermaßen eindrucksvoll dargestellt, dass immer wieder Reisende das Ferrara der Finzi-Contini suchen und die Orte Bassanis sofort wiedererkennen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.03.2011)

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