Für eine Kultur der Reparatur

Ein österreichisches Industriedenkmal von internationalem Rang soll eine neue Nutzung erfahren: die ehemalige Linzer Tabakfabrik, 2009 von der Stadt Linz erworben. 80.000 Quadratmeter auf der Suche nach einer Bestimmung.

Zukunftsorientierte Gemeinwesen sollten – die erste Ölkrise war 1973 – längst dem dogmatischen Glauben an die autogerechte Stadt abgeschworen haben. Nicht so die Stadt Linz und das Land Oberösterreich. Die führenden Politiker forcieren den Bau des umstrittenen „Linzer Westrings“ (A26), wobei der Bund den 85-prozentigen Löwenanteil der geschätzten 530 Millionen zahlen soll. Linz zählt seit vielen Jahrzehnten ziemlich konstant rund 190.000 Einwohner, seit 1956 aber haben sich die Einpendler auf 100.000 vervierfacht. Diese hohen Pendlerströme müssen als Argument für den Westring herhalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.05.2011)

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