Da waren es nur noch 112

„Die Juden“ und ihre Friedhöfe. Über eine späte Bringschuld der Republik Österreich und braune Sager nach Mitternacht – samt einer typischen Arisierungsgeschichte.

Und die Juden“, fragt eine Frau Brigitte Kashofer, „kümmern sich nicht einmal um die Gräber ihrer eigenen Ahnen? Keine Pietät – nur Gier!“ Ein Posting auf der Homepage von Martin Graf, unzensuriert.at, am 20. November 2010 um 00:41. Da verliert man dann schon leicht allfällige Hemmungen, und es passieren antisemitische Rülpser, die man sich vielleicht tagsüber nicht gestatten würde. Ein anderer, der sinnigerweise unter dem Namen „pitbul“ auftritt, postet noch eindeutiger, wenn auch nicht gerade in sehr deutschem Deutsch: „Das kann doch nicht war sein, wie unverschämt ist das den, und wieder dir das jüdische Volk bevorzugt...“ Das geht so gebrochen weiter, bis dann fast die Drohung in den Raum gestellt wird: „Mich würde es nicht wundern wenn die Geschichte sich wiederholt, wollen wir das, ich sicher nicht, warum müssen wir wieder für diese Gräber aufkommen, was muss noch alles geschehen nur das jüdische Volk bevorzugt wird, und immer und immer wieder sonder Privilegien herausschlägt...“

Das ist drin:

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.06.2011)

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