Auf der Höhe der Zeit

Geliebtes Wahrzeichen und Ikone der Moderne: 100 Jahre lang prägte die klassische Würfeluhr das Wiener Straßenbild – bis das symbolträchtige Stadtmöbel zu Beginn des neuen Jahrtausends in die Krise geriet.

Wie spät ist es? Diese Frage möglichst exakt zu beantworten gewann im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung. Hatten noch zweihundert Jahre zuvor die Uhren ausschließlich über einen Stundenzeiger verfügt, war der zusätzliche Minutenzeiger inzwischen unverzichtbar geworden. Industrialisierung und Urbanisierung, vor allem aber die rasante Entwicklung des Eisenbahnwesens hatten den Trend zur „Verzeitlichung“ der Gesellschaft vorangetrieben. Berufliche wie private Aktivitäten wurden immer stärker standardisiert, getaktet und an den abstrakten Rhythmus der Uhr angepasst. Insbesondere in den wachsenden Metropolen machte sich diese Entwicklung bemerkbar – nicht zuletzt auch am Stadtbild.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.09.2011)

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