Drüber der Donau

Der 22. Bezirk umfasst ein Viertel der Gesamtfläche Wiens und wäre mit 160.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Österreichs. Dennoch tut sich die Donaustadt schwer, zu einem urbanen Gebilde zu werden. Vielleicht könnte man's ja einmal mit Stadtplanung versuchen.

Im Jahr 1911 entwarf k. u. k. Oberbaurat Otto Wagner im Rahmen seiner Studie „Die Großstadt“ einen neuen, urbanen Stadtteil mit 150.000 Einwohnern für einen fiktiven, damals noch nicht existierenden 22. Bezirk. Der im Zenit seiner Karriere stehende Architekt und Stadtplaner konzipierte dafür ein orthogonales Straßennetz mit einer zentralen Hauptachse sowie eine durchkomponierte, geschlossene Bebauung. 50 Prozent der Fläche sollten dabei als Freiraum verbleiben und auf den restlichen 50 Prozent 30.000 Wohnungen sowie sämtliche Einrichtungen entstehen, die ein Bezirk von dieser Dimension braucht. Wagners Wien der Zukunft hätte insgesamt 39 Bezirke gezählt und sich geradezu „unbegrenzt“ ins Umland weiterentwickelt.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2011)

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