Stickler tritt überraschend als ÖFB-Präsident zurück

Friedrich Stickler gibt für seinen Rückzug berufliche Gründe an. In letzter Zeit stand er wegen der Entscheidung für Teamchef Brückner in der Kritik. Stickler hatte am 7. April 2002 die Nachfolge von Beppo Mauhart angetreten.

(c) GEPA pictures (Hans Oberlaender)

Die Präsidiumssitzung des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) hat am Freitag im Wiener Hotel Hilton Plaza mit einem Paukenschlag geendet. Präsident Friedrich Stickler legte völlig überraschend sein Amt nieder, als interimistischer Nachfolger führt bis zur Außerordentlichen Hauptversammlung am 18. Jänner oder 1. Februar 2009 der dienstälteste Verbands-Vize Kurt Ehrenberger aus Wien die Geschäfte.

Stickler, der sein Amt am 7. April 2002 nach dem Abgang von Beppo Mauhart angetreten hatte und bei der Außerordentlichen Hauptversammlung zum Ehrenpräsident ernannt werden soll, nannte in einer ÖFB-Aussendung am Freitagabend berufliche Gründe für seinen Rückzug. "Ich habe die Tätigkeit des ehrenamtlichen ÖFB-Präsidenten immer und auch in schwierigen Zeiten mit großem Stolz und voller Freude ausgeübt. Allerdings stellt diese Funktion in der Realität eine sehr starke zeitliche Beanspruchung dar und aufgrund der umfangreichen beruflichen Herausforderungen, die mir in meinem Unternehmen in den kommenden Monaten bevorstehen, ist es mir unmöglich, dieser ehrenvollen Aufgabe zukünftig im erforderlichen Umfang nachzukommen", sagte der Generaldirektor-Stellvertreter der Österreichischen Lotterien.

"Ich habe bei den Österreichischen Lotterien neue Aufgaben übernommen, insbesondere im Bereich Internet/Neue Medien und die Vorbereitung der Bewerbung um die neue Lotterien-Konzession. Dafür ist es erforderlich, die gesamte verfügbare Zeit zu investieren, und somit kann ich die Funktion des ÖFB-Präsidenten definitiv nicht mehr in jenem Ausmaß, das meiner Ansicht für eine professionelle Amtsführung erforderlich ist, ausüben. Mir liegt das Wohl des österreichischen Fußballs viel zu sehr am Herzen, daher bin ich der Meinung, dass diese Entscheidung die einzig richtige ist", wurde Stickler zitiert.

Der Abschied fällt mit 59-Jährigen nach eigenen Angaben schwer. "Auch wenn es oft schwierig war, als ÖFB-Präsident die Verantwortung zu tragen, stelle ich das Amt mit großer Wehmut zur Verfügung. Obwohl auf sportlicher Seite die Erfolge der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren leider enden wollend waren, bin ich überzeugt, dass gerade aufgrund der Professionalisierung im Nachwuchsbereich der rot-weiß-rote Fußball vor einer wesentlich besseren Zukunft als Gegenwart steht. Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist es dem ÖFB unter meiner Führung gelungen, sehr gut aufgestellt zu sein, und ist der Verband auf dem besten Weg, sich als einer der modernsten des Landes zu etablieren."

Sein interimistischer Nachfolger Ehrenberger betonte: "Ich sehe meine Aufgabe darin, die Außerordentliche Hauptversammlung mit der gebührenden Professionalität vorzubereiten und für eine geordnete Übergabe des Präsidentenamtes an den neu zu wählenden Präsidenten zu sorgen."

Ebenfalls analysiert wurde im Rahmen der Präsidiumssitzung die sportliche Situation der Nationalmannschaft. Dem Betreuerteam wurde bei dieser Gelegenheit das Vertrauen ausgesprochen, dessen ungeachtet wird es aber rund um das Türkei-Länderspiel zur angekündigten klärenden Aussprache angesichts der letzten Spiele und Vorkommnisse zwischen der ÖFB-Spitze und dem Spielerrat des Nationalteams kommen.

 

(APA)

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