Fußball Bundesliga: 4:2 - Rapid hält das Titelrennen offen

Statt mit einer Meisterfeier endete für Salzburg das Spiel gegen Rapid mit einer bitteren Niederlage. Mit seinem Hattrick war Erwin Hoffer der Mann des Spiels.

Erwin Hoffer war in Torlaune.
Erwin Hoffer war in Torlaune.
(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Walter Luger)

Rapid begann den Fußballschlager wie aus der Pistole geschossen, wollte von der ersten Sekunde an den Hausherrn hervorkehren. „Herz gegen Kommerz“, so lautete die Devise der Hütteldorfer, die sich mit Rang zwei bereits mehr oder weniger abgefunden haben. Nur eines wollte der Titelverteidiger verhindern: „Salzburg darf den Gewinn der Meisterschaft überall feiern – nur nicht im Hanappi-Stadion.“ Und der Spitzenreiter war offenbar auch nicht sehr scharf drauf, die Punktejagd vorzeitig für beendet zu erklären. Man hat ja noch zwei Heimspiele (gegen Lask und Altach).

Im brodelnden Hanappi-Stadions entwickelte sich ein munteres Spielchen, das so gar nicht zur sonst üblichen heimischen Kost passte. Das war im Sommer 2008, als sich die beiden Mannschaften 2:2 trennten, schon so. Wobei Rapids Trainer Peter Pacult diesmal auf etliche Stützen verzichten musste, vor allem auf Branko Boskovic. Am Stil seiner Mannschaft aber änderte sich nichts, der Rekordmeister setzte erneut auf Angriffsfußball. Die Kreise von Kapitän Hofmann konnten auch die Salzburger kaum stören, immer wieder gefährlich vor allem der grün-weiße Paradesturm. Gegen einen Maierhofer und Hoffer tut sch in der Liga jede Abwehr schwer.

„Alles Gute zum Muttertag“


Steffen Hofmann war es vorbehalten, den ersten echten Warnschuss (3.) abzugeben, für das Toreschießen aber waren andere Herrschaften zuständig. Stefan Maierhofer, der sich als Spitze in Diensten der Mannschaft stellte, sich bei Ballverlusten um Marc Janko kümmerte, versetze die Rapid-Fans an diesem sonnigen Nachmittag zum ersten Mal in Ekstase. Der 2,02-m-Riese köpfelte nach Hoffer-Flanke zur 1:0-Führung (22.) ein, schnappte sich ein schwarzes T-Shirt und schickte damit herzliche Grüße an alle Muttis: „Alles Gute zum Muttertag!“

Die Salzburger wirkten bis zur Pause  etwas träge, erst mit der Einwechslung von Zickler als zweite Spitze neben Janko zeigten die Bullen mehr Power. Der Führende der Schützenliste profitierte vor allem von dieser Adriaanse-Maßnahme, Janko (51.) gelang nach einer gelungenen Aktion prompt sein obligates Tor (38. Bundesligatreffer).

Auf einmal war wieder alles offen – was folgte, das waren Festspiele von Erwin „Jimmy“ Hoffer. Der Teamstürmer explodierte förmlich vor den Augen von Didi Constantini, erlegte die Salzburger letztlich fast im Alleingang: Beim 2:1 (53.) revanchierte sich Maierhofer für die Vorgabe, die er bei seinem Tor erhalten hatte, dem 3:1 ging ein Traumpass von Kulovits und eine blitzartige Körpertäuschung voraus (62.). Aber Hoffer hatte noch nicht genug, sein Hunger war noch nicht gestillt. Die Nummer 21 läutete die Rapid-Viertelstunde mit dem 4:1 (75.) ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die Salzburger bereits numerisch geschwächt, Bodnar hatte Gelb-Rot (70.) gesehen. Aufhausers Tor zum 2:4 (86.) war bereits bedeutungslos.

Katzenjammer und Gefühle


Spannend bleibt das Rennen um Rang drei, Austria und Sturm Graz gehen punktegleich in die letzten drei Runden. „Ein Katzenjammer!“, meint Franco Foda, der Trainer der Steirer, nach dem 2:2 gegen die Wiener. Leichtfertig hatte seine Mannschaft eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben, letztlich gingen zwei wertvolle Punkte verloren. Nach der Pause hatten die Gäste aufgedreht, Sturm einen offenen Schlagabtausch geliefert. „Ich hatte auf einmal sogar das Gefühl, dass sich vielleicht noch ein Sieg ausgeht“, erklärt Karl Daxbacher.

Wesentlichen Anteil daran hatte wieder einmal Rubin Okotie, seit einigen Wochen endlich in Torlaune. Der Ausgleich aber war auf das Konto von Matthias Hattenberger gegangen, er durfte seinen achten Kopfballtreffer in Serie bejubeln.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.05.2009)

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