Sarajevo: Mutmaßlicher Fußball-Fan-Mörder geflohen

Nach dem Mord an einem Fan des FC Sarajevo hatte sich ein Mann selbst bei der Polizei gestellt, flüchtete aber aus der Haft. Es soll sich um einen ehemaligen Angehörigen der kroatischen Streitmacht HVO handeln.

Strassenblockade in Sarajevo
Strassenblockade in Sarajevo
(c) Reuters (Danilo Krstanovic)

Der mutmaßliche Mörder eines Fußballfans von Sarajevo ist vergangene Nacht aus der Haft geflüchtet. Bosnische Medien hatten am Montag berichtet, dass sich der Mann, der am Sonntag bei Ausschreitungen in Siroki Brijeg in der Nähe von Mostar einen gegnerischen Anhänger erschossen haben soll, der Polizei selbst gestellt habe. Es soll sich um einen einstigen Angehörigen der HVO (Kroatischer Verteidigungsrat) während des Bosnien-Krieges (1992-1995) gehandelt haben.

Bei den Ausschreitungen waren nach Polizeiangaben 15 Fans und 18 Polizisten verletzt worden. Sechs Anhänger seien schwerer verletzt worden, den Tod des 28-Jährigen führte die Polizei zunächst auf einen Schlag auf den Kopf zurück. Augenzeugen behaupteten allerdings, dass der junge Mann von einem Polizisten erschossen worden sei. Das bestätigte dann auch die Staatsanwältin des bosnischen Kantons Herzegowina-Neretva, Vesna Cavar. Der Sarajevo-Fan wurde eindeutig durch den Schuss aus einer Feuerwaffe getötet.

Am Montag waren einige hundert demonstrierende Fans des FC Sarajevo im Stadtzentrum auf die Straße gegangen und hatten eine Verkehrsblockade unweit des Regierungssitzes verursacht. Man dürfe nicht zulassen, dass die Tragödie in Herzegowina unbestraft bleibe, hieß es in einer Aussendung der Fans.

Der FC Sarajevo wird überwiegend von bosniakischen Anhängern unterstützt, Siroki Brijeg liegt in der kroatisch dominierten Herzegowina.

(APA/Red.)

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