ÖFB-Team: Ivanschitz bleibt unerwünscht

Teamchef Didi Constantini plant nicht mehr mit dem Mainz-Legionär. Auch mit einem Garics nicht: Der Außenverteidiger von Atalanta Bergamo hat zuletzt offen die Arbeit von Didi Constantini kritisiert.

Ivanschitz.
Ivanschitz.
(c) AP (Jon Super)

WIEN. Andreas Ivanschitz und Didi Constantini, das wird offenbar nichts mehr. Der Mainz-Legionär fehlt auch im Aufgebot für das freundschaftliche Länderspiel am Mittwoch gegen Dänemark, der ehemalige Teamkapitän bleibt in der Fußballnationalmannschaft unerwünscht. Und weitere Teamehren sind für den offensiven Mittelfeldspieler in weite Ferne gerückt. Denn Didi Constantini glaubt, dass Ivanschitz auch in naher Zukunft kein Leiberl haben wird. „Wenn er jetzt nicht dabei ist, dann ist es eher negativ für ihn.“

Im Herbst hat der ehemalige Panathinaikos-Legionär in der deutschen Bundesliga voll eingeschlagen – und wurde dennoch nicht für teamreif befunden. Jetzt im Frühjahr ist Ivanschitz bei Mainz in eine Formkrise geschlittert, er vermag keine Impulse zu geben und muss um seinen Stammplatz kämpfen. Dass der Blondschopf gegen Dänemark fehlt, ist somit nicht weiter verwunderlich, dass er aber endgültig auf dem Abstellgleis gelandet ist, das ist doch etwas überraschend.

 

Die zerrüttete Fußballehe

„Ich habe mit ihm ein Gespräch geführt“, erklärt Teamchef Constantini, „und ihm die Situation erklärt.“ Der Tiroler setzt auf Spieler, die bereits im Vorjahr mit von der Partie waren. „Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen, sonst entstehen wieder Missverständnisse.“

Im Herbst haben die beiden Gesprächspartner aneinander vorbeigeredet, übrig blieb eine tiefe Kluft. Die scheinbar nicht mehr so einfach zu überbrücken ist. Das Verhältnis ist nicht nur getrübt, sondern eher gestört. Eine zerrüttete Fußballehe, die Scheidung ist vielleicht sogar schon vollzogen. Oder sie steht unmittelbar bevor.

Auch Italien-Legionär György Garics hat beim Teamchef schlechte Karten. Der Außenverteidiger von Atalanta Bergamo hat zuletzt offen die Arbeit von Didi Constantini kritisiert, vor allem die Einberufungspolitik aufs Korn genommen. „Wenn er sagt, dass die Jungen zu früh ins Team kommen, dann hat er vielleicht recht“, erklärt Constantini. „Aber solche Aussagen sind nicht unbedingt förderlich.“ Erschwerend für Garics kommt dazu, dass seine Leistungen im rot-weiß-roten Dress auch nicht gerade das waren, was man sich eigentlich von einem Serie-A-Profi erwarten darf.

 

Scharner, der Exkapitän

Nicht berücksichtigt wurden auch die Stürmer Erwin Hoffer und Stefan Maierhofer, die ebenso wie Sebastian Prödl bei ihren Klubs nur zweite Wahl sind. „Es gibt einige, die nicht viel spielen. Irgendwann ist es ein Zusammenklauben“, sagt Constantini. Mit Pogatetz steht dennoch ein Legionär mit bescheidener Einsatzzeit im Kader. Beobachtet werden konnte der Middlesbrough-Verteidiger nicht. Offen ist, ob Pogatetz wieder die Kapitänsschleife übernehmen wird. Fix ist nur, dass Paul Scharner künftig nicht mehr als Kapitän agieren wird.

Auf erste Einsätze im A-Team hoffen dürfen mit Mario Reiter (23) und Patrick Wolf (28) zwei Profis von Wiener Neustadt. „Improvisieren müssen wir immer.“

Teamkader: Tor: Gratzei (Sturm Graz/2 Länderspiele/6 Gegentore), Macho (LASK/18/–17), Payer (SK Rapid Wien/20/–24)

Abwehr und Mittelfeld: Alaba (Bayern München/2/0 Tore), Baumgartlinger (Austria/4/0), Dag (Besiktas Istanbul/0/0), Dragovic (Austria/7/0), Drazan (Rapid Wien/1/0), Fuchs (Bochum/29/0), Hölzl (Sturm Graz/9/2), Jantscher (Sturm Graz/6/1), Kavlak (Rapid/7/0), Leitgeb (Salzburg /26/0), Pogatetz (Middlesbrough/37/2), Reiter (Wr. Neustadt/0/0), Scharner (Wigan Athletic/29/0), Schiemer (Salzburg/11/1), Trimmel (Rapid/2/0), Ulmer (Salzburg/2/0), Wolf (Wr. Neustadt/0/0)

Angriff: Beichler (Sturm Graz/0/0), Janko (Salzburg/14/7), Wallner (Salzburg/27/6).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.02.2010)

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