Madrid, Europas neue Hauptstadt des Fußballs

Den Madrilenen winkt das erste Europacup-Double seit dem Mailänder Coup 1994.

SOCCER - EL, Atletico vs Marseille
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Lyon/Madrid. Atlético Madrid hat beim 3:0 gegen Olympique Marseille keine Zweifel am Gewinner der Europa League aufkommen lassen. Einzig in der Anfangsphase schien die Mannschaft von Trainer Diego Simeone verwundbar, nach dem Führungstreffer durch Antoine Griezmann (21.) aber blieben die Spanier unantastbar. Es war der dritte Europa-League-Triumph der Rojiblancos nach 2010 und 2012.

Zum fünften Mal innerhalb von acht Jahren stand Atlético in einem Europacupfinale, hatte 2014 und 2016 nur äußerst knapp jeweils gegen Real Madrid den Champions-League-Sieg verpasst. Der Stadtrivale peilt am 26. Mai in Kiew gegen Liverpool hingegen den dritten Erfolg in der Königsklasse en suite an. Das würde das madrilenische Märchen vollenden.

Dass zwei Klubs aus einer Stadt in einer Saison die wichtigsten Vereinsbewerbe gewinnen, gelang bislang nur ein einziges Mal. 1994 siegte AC Milan in der Champions League, Inter Mailand (gegen Salzburg) triumphierte im Uefa Cup. Vergleichbar ist nur das Ruhrpott-Doppel von Dortmund (CL) und Schalke (EL) vor 21 Jahren.

Teams aus Spanien dominieren seit über einem Jahrzehnt das Geschehen in Europas Elitebewerben. Beide Bewerbe zusammengenommen gab es in den letzten 24 Endspielen 18 spanische Finalisten. Vier Titelkämpfe waren sogar eine rein spanische Angelegenheit. Eine durchaus bemerkenswerte Ausbeute.

Sturm gegen Ajax oder Basel

Auch für Sturm Graz war der Ausgang des Europa-League-Finals nicht unbedeutend. Die „Blackies“ kennen den möglichen Gegner in der 2. CL-Qualifikationsrunde. Am 24./25. Juli und 31. Juli/1. August trifft Österreichs Vizemeister entweder auf Ajax oder FC Basel. Die Auslosung findet am 19. Juni statt.

Warum? Atlético würde als Europa-League-Sieger ein Platz in der Champions League zustehen, diesen haben sich die Madrilenen allerdings bereits über die Primera Division gesichert. Damit geht der frei gewordene Startplatz an den Dritten aus Frankreich. Die Entscheidung fällt zwischen Monaco, Lyon und Marseille. (cg)

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