Austria gewinnt 327. Derby bei Rapid

Alexander Grünwald erzielte den einzigen Treffer. Die Hütteldorfer vergaben vor der Pause Chancen en masse und müssen damit weiter auf den ersten Erfolg gegen den Erzrivalen im neuen Stadion warten.

Austria jubelt
Austria jubelt
Austria jubelt – GEPA pictures

Wien. Strahlender Sonnenschein und 26.000 Zuschauer im ausverkauften Allianz Stadion boten den idealen Rahmen für das 327. Wiener Derby. Und die Zuschauer kamen auf ihre Kosten. Im Streben nach dem ersten Heimsieg gegen den Erzrivalen in der neuen Arena begann Rapid überfallsartig: Nach einer Flanke kam Alar allein vor Pentz zum Abschluss, der Austria-Keeper konnte den Ball nur mittig abwehren und Knasmüllner setzte den Nachschuss neben das leere Tor (2.). Kurz darauf tauchte Ivan, der auf dem linken Flügel gegenüber Berisha den Vorzug erhalten hatte, nach einem Madl-Fehler allein vor dem Austria-Tor auf, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Pentz (4.).

Die Warnschüsse rüttelten die Austria wach, der überraschend in der Startelf aufgebotene Friesenbichler ließ Potzmann aussteigen, setzte den Schuss aber knapp neben die Stange (8.). Es war ein intensives, rassiges Spiel mit vielen Chancen – vor allem für Rapid. Die Hütteldorfer waren im Spiel nach vorne die effizientere, direkter agierende Mannschaft, allein es fehlt ein Torjäger. So scheiterte Alar einmal per Kopf (23.) und einmal mit dem Fuß (45.), Ivan nach idealem Laufpass allein vor Pentz (23.) und auch Potzmann köpfelte aus spitzem Winkel den Keeper an (36.). Zwischendurch gingen die Wogen hoch, als Müldür an der Strafraumgrenze Grünwald foulte, Schiedsrichter Weinberger verteilte allein in der ersten Halbzeit fünf Gelbe Karten – nach 96 Minuten sollten es insgesamt elf sein.

Verwandelte Austria

Die Austria kam mit viel Schwung und Elan aus der Kabine, speziell Venuto sorgte auf der linken Seite plötzlich für große Gefahr. So war der Brasilianer schneller als Gegenspieler Müldür am Ball, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Rapid-Keeper Strebinger (54.). Keine Minute später setzte sich Matic auf dem Flügel durch, seine Flanke fand in der Mitte Grünwald, der diese Großchance jedoch liegen ließ (56.). Die Rapid-Abwehr wackelte gewaltig und wurde bestraft: Nach einem Eckball konnte der Ball nicht geklärt werden, ein Schussversuch von Madl wurde zur Mitte abgelenkt und Grünwald konnte völlig frei stehend Maß nehmen – 1:0 für die Austria (58.).

Rapid-Trainer Goran Djuricin reagierte umgehend und brachte Auer für den unsicheren Müldür. Den Hütteldorfern war der Schock des Gegentreffers deutlich anzumerken, trotz Bemühens kam das Offensivspiel nur schwer in die Gänge. Die Angriffe wurden zu umständlich und langsam vorgetragen, die Austria-Abwehr damit nicht in Verlegenheit gebracht. Mit den Einwechslungen von Pavlovic, der nach der Verletzung im Trainingslager sein grün-weißes Debüt gab, und Berisha versuchte Djuricin noch vor der Rapid-Viertelstunde Akzente zu setzen, der erhoffte Effekt aber stellte sich nicht ein. Stattdessen wurde es im Finish hitzig, als vor einem Freistoß für Rapid Monschein und Berisha aneinander gerieten und einen Tumult auslösten.

Austria feierte den ersten Saisonsieg in der Fremde, Rapid blieb hingegen auch im fünften Versuch im neuen Stadion gegen den Erzrivalen sieglos, für Trainer Djuricin war es die erste Derby-Niederlage. Vom Block West kamen nach dem Abpfiff Pfiffe und „Gogo raus“-Rufe, die Stimmung in Hütteldorf bleibt angespannt. Mit dem Europa-League-Auftakt gegen Spartak Moskau am Donnerstag, dem Gastspiel bei Meister Salzburg am Sonntag und dem Cup-Duell mit Mattersburg kommenden Woche warten schwierige Aufgaben.

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