Linzer Selbstverständlichkeit als Trumpf

Der Lask düpierte das favorisierte Basel. Während für die Oberösterreicher selbst die Gruppenphase der Millionenliga nicht mehr undenkbar scheint, übt sich der unterlegene Marcel Koller in Durchhalteparolen.

Fussball Champions League Qualifikationsrunde 3 19 20 FC Basel 1893 vs LASK 07 08 2019 Afimi
Fussball Champions League Qualifikationsrunde 3 19 20 FC Basel 1893 vs LASK 07 08 2019 Afimi
;eist waren die Linzer, hier Michörl (l.), in Zweikämpfen gedankenschneller als die Schweizer. – imago images / Beautiful Sports

Basel. Das Wiedersehen mit Österreichs Fußball verlief für Marcel Koller enttäuschend. 1:2 verlor der ehemalige ÖFB-Teamchef (2011 bis 2017) mit seinem favorisierten FC Basel das Hinspiel der Champions-League-Qualifikation gegen den rot-weiß-roten Vizemeister Lask. Stunden vor dem Spiel hatte Koller auch noch die Nachricht vom Abgang seines Goalgetters Albian Ajeti zu West Ham erreicht.

Ob Ajeti im Basler St. Jakob-Park den Unterschied ausgemacht hätte, ist aber fraglich. „Wir konnten das Spiel nicht aufbauen und gewannen zu wenig Zweikämpfe. Wir müssen uns steigern und wacher sein am Dienstag“, meinte Koller. Dann steigt das Rückspiel auf der Linzer Gugl (20.30 Uhr, ORF eins). „Die Chance auf ein Weiterkommen ist noch da.“

Dennoch war es der Lask, der die Tür zum Play-off der Millionenliga weit aufgestoßen hat. Das 2:1 in Basel war erst der vierte Auswärtserfolg in der Europacupgeschichte der Linzer. Trainer Valerien Ismael sprach von einer „Riesenleistung“, die schwarz-weißen Protagonisten gaben sich noch zurückhaltend. „Es ist erst die Hälfte vorbei“, meinte Kapitän und 1:0-Torschütze Gernot Trauner.

Neo-Coach Isamel verbuchte den vierten Sieg im vierten Pflichtspiel als Lask-Trainer. Wie seine Truppe die Eidgenossen von Anfang an recht schlecht aussehen ließ, machte ihn stolz. „Ein mutiger Auftritt mit dem Fokus auf unsere Stärken. Die Mannschaft hat unter Beweis gestellt, dass wir in der Lage sind, jedem Gegner Probleme zu bereiten“, befand der Franzose.

Das Kalkül, befreit aufspielen zu können, weil das Ticket für die Europa-League-Gruppenphase fixiert ist, ging jedenfalls auf. „Phasenweise hat mir schon imponiert, wie die Mannschaft mit Selbstverständlichkeit gespielt hat“, lobte Ismael. „Wenn du an deine Stärke glaubst, an deine Partner glaubst, wenn du merkst, dass die Räume zugedeckt werden, dann wirst du mutig, fängst an, nach vorne zu verteidigen, fängst an, die Bälle zu klauen, kommst zu Torchancen.“

Plangemäß funktioniert hat einmal mehr auch die Abteilung für ruhende Bälle. Peter Michorls Eckball versenkte Trauner per Kopf zur Führung (50.). Vier von sieben Saisontreffern der Linzer fielen aus Eckbällen. Joao Klauss besorgte den zweiten Auswärtstreffer nach einem Konter (82.).

Nun scheint selbst die Gruppenphase der Champions League nicht mehr undenkbar. Bei einem Erfolg am Dienstag wäre sie nur noch zwei Spiele entfernt. Die möglichen Gegner im Play-off (ab 20. August) sind jedenfalls nicht unschlagbar: Club Brügge reist mit einem 1:0 aus dem Hinspiel zu Dynamo Kiew. (red.)


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2019)

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