Ex-Profi Kuljic erhebt Manipulationsvorwürfe, Bundesliga will klagen

Sanel Kuljic erklärte öffentlich, dass Spiele der vergangenen Saison gekauft worden seien. Die Bundesliga dementiert und leitet rechtliche Schritte ein.

Archivbild: Sanel Kuljic  im August 2014 vor Gericht
Archivbild: Sanel Kuljic  im August 2014 vor Gericht
Archivbild: Sanel Kuljic im August 2014 vor Gericht – (c) APA/HANS PUNZ

In den bislang größten Manipulationsskandal im heimischen Fußball 2013 war Sanel Kuljic direkt involviert. Der ehemalige Nationalspieler hat dafür eine mehrjährige Haftstrafe abgesessen, wurde 2017 entlassen und lebte danach ein beschauliches Leben. Nun wandte sich der 42-Jährige mit schweren Vorwürfen an die Öffentlichkeit: In der vergangenen Saison sollen Spiele der Bundesliga manipuliert geworden sein, behauptet Kuljic gegenüber der „Kronen Zeitung" und nannte in diesem Zusammenhang die beiden Niederlagen des SV Mattersburg gegen den WAC (0:6) und dem Lask (1:3). "Aber es sind mehr", wird der Salzburger in dem Bericht zitiert.

Die Bundesliga dementierte gegenüber der „Presse“ und schickte wenig später folgende Aussendung aus:

Stellungnahme zu den Vorwürfen von Sanel Kuljic

Der ehemalige und wegen schweren Betrugs, Erpressung und Nötigung verurteilte Spieler Sanel Kuljic erhebt in der heutigen Ausgabe einer österreichischen Tageszeitung schwere Vorwürfe, dass „in Österreichs höchster Liga weiterhin Spiele manipuliert“ würden und bezichtigt ungenannte Personen der Spielmanipulation von zwei Meisterschaftsspielen der Saison 2018/19.

Diese Äußerungen wurden der Österreichischen Fußball-Bundesliga ausschließlich über heutige Medienberichte zugetragen. Eine sofortige Rücksprache mit dem Österreichischen Fußball-Bund, dem SV Mattersburg, dem Play Fair Code und insbesondere dem Bundeskriminalamt hat ergeben, dass abseits der Medienberichte keinerlei Informationen vorliegen, welche die Aussagen von Sanel Kuljic bekräftigen.

„Glaubwürdigkeit ist die Seele des Sports und Grundlage für Spannung, Emotion und Leidenschaft. Daher ist jeder Verdacht, der diese Glaubwürdigkeit untergräbt, ernst zu nehmen und bedarf einer lückenlosen Aufklärung. Die Bundesliga und der ÖFB werden in Zusammenarbeit mit dem Play Fair Code und dem BKA alle relevanten Schritte setzen,“ sagt Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer.

In diesem Zusammenhang werden die Österreichische Fußball-Bundesliga, der Österreichische Fußball-Bund und der SV Mattersburg rechtliche Schritte gegen die öffentlich erhobenen Vorwürfe von Sanel Kuljic einleiten. Damit wird er gefordert sein, seine medialen Anschuldigungen mit stichhaltigen Beweisen zu untermauern.

Was steckt dahinter? Bloß PR für sein Buch?

Dahinter sollen laut Kuljic dieselben albanischen Drahtzieher wie einst stecken: Der Präsident des Profiklubs Skenderbeu, der von der Uefa wegen Wettspielmanipulation für zehn Jahre international gesperrt ist, und der CEO eines der größten Vertriebsunternehmen im Balkan-Staat. "Das sind die Herren, die das Geld für die involvierten Spieler und die Wetten bereitstellen. War damals so und ist heute nicht anders", erklärt Kuljic. Über einen ehemaligen Mithäftling soll versucht worden sein, Kontakt herzustellen. „Ich habe Angst um mein Leben."

Kuljic betont, nichts damit zu tun und das Bundeskriminalamt bereits informiert zu haben. Doch die Ermittlungen dauern ihm zu lange, weshalb er demnächst die „ganze Wahrheit“ in einem Buch veröffentlichen will.

>>> Der Bericht auf krone.at

(red)

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