Österreich verliert 0:1: Wieder nichts dazugelernt

Die EM-Generalprobe in Klagenfurt ging schief, Österreich verliert gegen die Schweiz mit 0:1. Kapitän Fuchs verschießt einen Elfmeter.

oesterreich verliert Wieder nichts
oesterreich verliert Wieder nichts
(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Wolfgang Jannach)

KLAGENFURT. Österreich zeigte im letzten Testspiel vor der am 7. September startenden EM-Qualifikation gegen Kasachstan vor den Schweizern zu viel Respekt. Die Generalprobe in Klagenfurt ging schief, die Gastgeber verloren wie schon im Mai gegen Kroatien – in aller Freundschaft – mit 0:1.

Das Konzept von Teamchef Didi Constantini war von Vorsicht geprägt. Er hat seine taktische Vorstellung offenbar von der WM aus Südafrika mitgenommen und seinen Spielern mitgegeben. Er nominierte mit Erwin Hoffer nur eine Spitze und setzte auf zwei defensive Mittelfeldakteure. So tritt in einem Heimspiel ein Außenseiter an. Und die Schweiz, so wurde es im Vorfeld ja immer wieder betont, war schließlich WM-Teilnehmer und hat in Südafrika mit Spanien den späteren Weltmeister geschlagen.

Nur nach Standards gefährlich

Constantini musste mit Janko auf seinen Torjäger und Kapitän verzichten, aber auch der Twente-Legionär hätte wohl nicht viel ausgerichtet. Denn das Spiel war von Fehlpasses geprägt, von unnötigen Ballverlusten und individuellen Patzern. Die Schweizer, bei denen einige WM-Spieler fehlten, agierten ohne Nachdruck. Sie sind auch nicht die personifizierte Torgefahr. Das kam der österreichischen Abwehr mehrmals zugute.

Während sich auf der linken Seite Jantscher und Fuchs, der Ersatz-Kapitän, mehrmals in Szene setzten, wurde der rechte Flügel gestutzt. An Dag lief das Spiel vorbei, Wolf wirkte überfordert. Das blieb auch dem Teamchef nicht verborgen, Constantini reagierte zur Pause und brachte Korkmaz, Klein und Harnik.

Wenn im Klagenfurter Wörtherseestadion unter den 18.000 Zuschauern Spannung aufkam, dann vor dem Seitenwechsel meistens nur nach Standardsituationen. Nach der Pause wurde das Spiel zunächst ansehnlicher, mit den frischen Kräften tat sich etwas mehr. Rot-weiß-rot schien zu begreifen, dass diese Schweizer Auswahl mit der WM-Elf der Eidgenossen gar nichts zu tun hatte.

In verschiedenen Aktionen war zu erkennen, dass die Abwehr des Gegners, üblicherweise eher eine Festung, gestern nicht unüberwindbar gewesen wäre. Als Harnik nach einer eher harmlosen Attacke von Affolter im Strafraum fiel und der spanische Schiedsrichter Rubinos Perez auf Elfmeter entschied, wäre es fast soweit gewesen. Fuchs wollte als Kapitän Verantwortung übernehmen, aber Benaglio wurde seinem Ruf als Elferkiller gerecht. Er parierte, im zweiten Versuch köpfelte Fuchs nur an die Latte (64.).

Statt 1:0 hieß es neun Minuten später 0:1, der eingewechselte Moreno Costanzo überlistete Österreichs gesamte Abwehr. Fortschritt hat man gestern keinen gemacht.

("Presse"-Printausgabe, 12. August 2010)

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