Fifa untersucht: Wurde Nordkoreas WM-Team bestraft?

Nach dem WM-Aus soll es Sanktionen für die nordkoreanischen Fußballer gegeben haben. Trainer Kim soll sich in großer Gefahr befinden. Die Fifa fordert eine Stellungnahme von Nordkoreas Verband.

Nordkoreas WM-Kicker
Nordkoreas WM-Kicker
REUTERS (Str)

Seit dem Vorrunden-Aus von Nordkoreas Fußballteam bei der WM in Südafrika verstummen die Gerüchte nicht, dass die Kicker und Trainer Kim Jung Hun nach ihrer Rückkehr hart angefasst wurden. Ein US-Radiosender hatte im Juli berichtet, dass sich das Team in der Heimat auf einer Bühne sechs Stunden lang "harsche ideologische Kritik" von 400 Funktionären, darunter der Sportminister, anhören musste. Danach mussten die Kicker die Fehler von Trainer Kim benennen. Kim selbst könnte sich wegen "Verrats" an dem stalinistisch regierten Land in großer Gefahr befinden, hieß es auf der Website von "Radio Free Asia".

Zudem gibt es Gerüchte, Kim sei von der herrschenden Arbeiterpartei ausgeschlossen oder zur Baustellenarbeit gezwungen worden. Der Sender hatte sich auf einen chinesischen Geschäftsmann bezogen, der Verbindung zu Regierungsvertretern in Nordkorea haben soll.

Jetzt nimmt sich der Fußball-Weltverband Fifa der Sache an. Man will überprüfen, ob es nach dem WM-Ausscheiden des Nationalteams tatsächlich zu Sanktionen gekommen ist. In einem Schreiben forderte die Fifa den nordkoreanischen Fußball-Verband auf, Klarheit zu schaffen.

Die Untersuchungen sollten zeigen, "ob die Behauptungen der Medien wahr sind, wonach der Teamchef und einige Spieler abgeurteilt und bestraft worden sind", sagte Fifa-Chef Sepp Blatter am Mittwoch in Singapur. Außerdem wurden nähere Informationen zur jüngsten Wahl des neuen Verbandspräsidenten verlangt. Die Mannschaft hatte bei der Fußball-WM in Südafrika alle drei Gruppen-Spiele verloren.

(Red./APA)

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