Fußball: SV Ried ist Herbstmeister

Weil die Austria in Graz untergeht und Rapid gegen Innsbruck langweilt, sschaffen die siegreichen Innviertler die „Titelverteidigung“.

Thomas Hinum steuerte das zweite Tor bei
Thomas Hinum steuerte das zweite Tor bei
(c) APA/RUBRA/RUDOLF BRANDST�TTER (Rubra/rudolf Brandst�tter)

Die SV Ried ist wie im Vorjahr vor dem Herbstmeister der österreichischen Fußball-Bundesliga. Die Innviertler feierten am Samstag in der 18. Runde einen 2:0-Heimsieg gegen Wr. Neustadt. Nach der Pleite der Admira in Salzburg stand der inoffizielle Titel auch rechnerisch fest.

Rapid und die Austria verspielten am Samstag ihre Chance auf die Tabellenspitze bei Halbzeit. Rapid kam gegen Wacker Innsbruck nur zu einem 0:0, der bisherige Spitzenreiter Austria ging in Graz gegen Meister Sturm mit 1:5 unter. Ried führt mit 31 Punkten vor Rapid (29), Austria und Admira (je 28), Sturm (26) und Salzburg (24).

Im Abstiegskampf feierte Mattersburg einen wichtigen Sieg. Die Burgenländer besiegten Schlusslicht Kapfenberg mit 2:0 und haben nun sieben Punkte Vorsprung auf die Steirer.

Ried kämpft noch um die Winterkrone

Mit dem 50. Bundesliga-Erfolg von Ried-Trainer Paul Gludovatz bauten die Innviertler ihre Serie auf acht Partien ohne Niederlage aus. In der letzten Runde vor der Pause empfängt Ried am Samstag Meister Sturm Graz und kämpft um die - ebenfalls inoffizielle - Krone des Winterkönigs.

Ried versuchte mit einer angriffslustigen Anfangsphase der Favoritenrolle gerecht zu werden, die kompakten und taktisch disziplinierten Gäste attackierten aber früh und nahmen den Innviertlern den Wind aus den Segeln.

Die erste Topchance ging auf das Konto der Wr. Neustädter, Serkan Ciftci setzte sich gegen Lukas Rotpuller durch, scheiterte jedoch am glänzend reagierenden Ried-Schlussmann Thomas Gebauer (16.). Ein Elfmeter-Tor bescherte den Riedern wie aus dem Nichts die Führung. Wolfgang Klapf brachte Marco Meilinger zu Fall, den Strafstoß verwertete Hadzic sicher und flach ins linke Eck (26.).

Danach hatten die Rieder das Geschehen wieder besser im Griff, kurz vor der Pause musste aber Gebauer neuerlich gegen Ciftci retten (45.). Und auch nach der Pause wackelte die sicherste Abwehr der Liga. Günther Friesenbichler traf per Kopf, das vermeintliche Ausgleichstor wurde jedoch wegen Abseits aberkannt (57.). Die Bemühungen der Niederösterreicher blieben unbelohnt, stattdessen sorgte Hinum mit einem Flachschuss aus 17 Metern ins kurze Eck für das 2:0 und die Entscheidung (77.).

Damit war die erste Liga-Pleite der Wr. Neustädter seit 29. Oktober besiegelt, den Ehrentreffer verhinderte Gebauer mit einer weiteren Glanzparade gegen Danijel Prskalo (92.).

Kienast schockt die Austria

Der bisherige Tabellenführer Austria Wien ging bei Sturm Graz regelrecht unter. Ausgerechnet der zuletzt vielgescholtene Roman Kienast wurde zum Matchwinner für den Meister. Sturm begann stark und ging in der 30. Minute in Führung. Austria-Torwart Heinz Lindner ließ einen Fernschuss von Patrick Wolf nach vorne abprallen, Darko Bodul staubte ab. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang Zlatko Junuzovic per Kopf (!) noch der Ausgleich. In der zweiten Hälfte folgte der große Auftritt von Roman Kienast. Erst konnte Lindner einen Volleyschuss des Sturm-Torjägers erst hinter der Linie abwehren (47.), dann schloss Kienast einen Konter trocken ab (58.). Die Austria befand sich in Auflösung. In der 70. Minute folgte der vierte Gegentreffer: Wallner räumte Kainz im Strafraum ab, Kienast verwandelte den Elfer sicher. Nun machte sich der Meister mit den Wienern eine Hetz: Ein weiterer Konter brachte das 5:1 durch Bodul (88.). Dann zeigten sich die Grazer gnädig und ließen die Lehrstunde ruhig ausklingen.

Mattersburg gewinnt das Kellerduell

Für Mattersburg stellte Lukas Rath mit einem Freistoßtreffer in der 7. Minute bereits früh die Weichen auf Sieg. Patrick Bürger legte mit seinem achten Saisontor nach (27.). Für Kapfenbergs deutschen Neo-Trainer Thomas von Heesen war es im zweiten Spiel die erste Niederlage.

Der Plan von SVM-Coach Franz Lederer, mit "Respektabstand" in die Winterpause zu gehen, ging vor 3.600 Zuschauern im Pappelstadion voll auf. Zu verdanken hatten dies die Mattersburger ihrer Effizienz. Bereits aus dem ersten Torschuss schlugen die Hausherren durch Rath, der den Ball aus über 30 Metern in die Maschen hämmerte, zu. Für den Linksverteidiger war es der Premierentreffer in der Bundesliga.

Die frühe Führung kam Mattersburg natürlich entgegen. Die ohne den gesperrten Dominique Taboga angetretenen Kapfenberger versuchten zwar, sich ins Spiel zurückzukämpfen, die grün-weiße Defensive stand jedoch sicher. Die Lederer-Elf wirkte bei Gegenstößen immer einen Deut gefährlicher als die Gäste aus der Obersteiermark, die den ersten Saisonvergleich 1:0 gewonnen hatten.

In der 27. Minute legte Mattersburg schließlich erneut nach einer Standardsituation nach. Nach einem Eckball traf Ilco Naumoski zunächst per Kopf nur die Latte; nachdem Kapfenberg den Ball nicht aus der Gefahrenzone brachte, stand Bürger goldrichtig. Bis zum Pausenpfiff hatte Kapfenberg nur einen Freistoß von David Sencar entgegenzusetzen. Der Kapitän traf aus spitzem Winkel aber nur die Stange (32.).

Nach Seitenwechsel verflachte die Partie zunehmend. Mattersburg verlegte sich darauf, den Vorsprung zu verwalten. Die Burgenländer wirkten bei ihren Angriffen dennoch gefährlicher als die Gäste. Die Kapfenberger, bei denen der nach einem Luftduell angeschlagene Rene Pitter in der Kabine blieb, waren zwar bemüht, präsentierten sich aber ohne das nötige Selbstvertrauen. Felfernig (51.) und der aufgerückte Mavric (60.) ließen Möglichkeiten auf den Anschlusstreffer ungenutzt.

Nach einem Schuss von Mörz musste Mavric auf der Linie sogar noch Schlimmeres verhindern (75.). Am Ende war der zweite Heimsieg für Mattersburg in dieser Saison verdient unter Dach und Fach. Bei den Steirern gab es hängende Köpfe.

 >>> Österreichische Bundesliga: Die Tabelle

(APA/Red.)

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