Außenpracker, Dribblanski und der Wadlbeißer

Die österreichische Fußballersprache vereint Gesellschaft, Sport und Sprache. Eine Auswahl, vom "Ankick" bis zum "Zangler", damit wir die Euro 2012 auch verstehen, obwohl Österreich gar nicht mitspielt.

Aussenpracker Dribblanski Wadlbeisser
Aussenpracker Dribblanski Wadlbeisser
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Die Wechselwirkung zwischen der Sprache als Denk- und Kommunikationsinstrument auf der einen Seite und der Gesellschaft auf der anderen ist ebenso grundlegend wie umfassend: Es kann weder eine Gesellschaft ohne Sprache noch eine Sprache ohne Gesellschaft existieren. Dabei spiegelt sich die Vielfalt der Gesellschaft in der Erscheinungs- und Funktionsvielfalt der Sprache wider. Jede „natürliche“, also historisch gewachsene und nicht von Menschen bewusst geschaffene Sprache stellt ein heterogenes Gebilde dar, das aus zahlreichen unterschiedlichen Erscheinungsformen (Varietäten) besteht.

Das gilt auch für die deutsche Sprache. „Hochdeutsch“ beispielsweise, aber auch die zahlreichen deutschen Dialekte sind als solche Erscheinungsformen allgemein bekannt. Dazu kommen jedoch noch „umgangssprachliche“, „fach-“ bzw. „berufssprachliche“ sowie „gruppensprachliche“ Varietäten und noch andere mehr.

Besonders ein allgegenwärtiges, weil auch ökonomisch entsprechend relevantes Phänomen wie der Fußball muss in einem starken und vielfältigen Zusammenhang mit der Sprache stehen. Die gesellschaftliche Domäne Fußball hat deshalb Anteil an mehreren Varietäten der deutschen Sprache. Im Rahmen der geschriebenen und gesprochenen Fußballberichterstattung ist hier das in den Massenmedien gebräuchliche Deutsch zu nennen.

Das offizielle Fußballregelwerk wiederum ist in einer normierten Fachsprache verfasst. Eine weitere vom Fußball geprägte Erscheinungsform der deutschen Sprache stellt schließlich die „Fußballersprache“ dar. Auf sie bzw. ihre für Österreich charakteristischen Merkmale soll im Folgenden näher eingegangen werden.

Österreichs Fußballersprache. Die als „Fußballersprache“ bezeichnete Varietät des Deutschen wird von Fußballspielern, Trainern und Fans als Fach- und Gruppensprache verwendet. Wesentlich sind dabei weniger die Aussprache oder Grammatik – die aufgrund der dialektalen bzw. umgangssprachlichen Basis der Fußballersprache regional sehr unterschiedlich sein können –, sondern vielmehr die Spezifika des Wortschatzes. In Österreich stellen dabei aus historischen Gründen wienerische Wörter und Wendungen den allgemein verbreiteten Kernbestand dar. Von der Gründung des ersten österreichischen Fußballvereins „First Vienna Football Club“, der Vienna, im Jahr 1894, an bis weit ins zweite Drittel des 20. Jahrhunderts hinein war (Profi-)Fußball in Österreich vorwiegend eine Wiener Angelegenheit. Mit der Sache – dem Fußballsport – wurden folglich auch dazugehörige wienerische Ausdrücke landesweit gebräuchlich.

Der folgende Einblick in den Wortschatz der österreichischen Fußballersprache beansprucht keine Vollständigkeit. Es geht vielmehr um eine repräsentative Auswahl. Die Belege sind nach Sachbereichen angeordnet und dabei jeweils alphabetisch gereiht. Gegebenenfalls werden ergänzend erklärende Hinweise beigefügt. Die lediglich vereinzelt in eckiger Klammer hinzugefügten Angaben zur Aussprache beziehen sich nicht auf ganz Österreich, sondern auf den Wiener Raum.

Der Ball

1) der Ballen (hauptsächlich in Wien) [boem/-n], grammatische Nebenform von Ball (vgl. ein Ballen Stoff/Stroh etc.) – 2) die Haut3) das (Fetzen-)Laiberl[laawal] (veraltet), vgl. laiberln [laawaln] Fußball spielen (abwertend) – 4) die Wuchtel.

Der Fußballschuh

1) der Bock, Mehrzahl in Wien: die Bock (sonst: die Böcke) – 2) der Geschraubte[gschroofde]: Fußballschuh mit Schraubstollen – 3) der Gummler: Fußballschuh mit Gummistollen – 4) die Packeln(Mehrzahlwort).


Das Tor
(als Gehäuse auf dem Spielfeld)
1) die Butte[butn] – 2) das Goal (engl.) [goe], auch Tor als Treffer im Spiel; vgl. der Goalie, Tormann – 3) die Hütte[hitn] – 4) die Kiste5) das Türl [dial], auch Tor als Treffer im Spiel.

und Teile davon

1) das Eck: unterer Winkel des Torgehäuses; langes/kurzes Eck: der vom ballführenden Spieler aus gesehen weiter entfernte/näher gelegene untere Winkel des Torgehäuses; das Kreuzeck: Winkel zwischen Querlatte u. Torpfosten, d. h. einer der beiden oberen Winkel des Torgehäuses – 2) das (Goal-)Stangl: Torpfosten; erstes/zweites (Goal-)Stangl: der (vom ballführenden Spieler aus gesehen) näher gelegene/weiter entfernte Torpfosten.

Der Fußballer (unabhängig von der Spielposition)

1) der Ballesterer (hauptsächlich in Wien): Fußballer (allgemein; ironisch/veraltet) – 2) der Bankerldrücker: Fußballer, der kaum zu Spieleinsätzen kommt, vgl. der Edelreservist – 3) der Blinde: Fußballer ohne Übersicht – 4) der Bloßfüßige: Fußballer aus einem Entwicklungsland (abwertend); in Wien auch: Fußballer aus einem (beliebigen) österreichischen Bundesland, vgl. der Gescherte – 5) der Dribblanski: technisch versiert, aber ineffizient („für die Galerie“) spielender Fußballer (ironisch und/oder abwertend); von dribbeln: den Ball auf engem Raum technisch versiert, trickreich führen – 6) der Edelreservist: (Star-)Spieler, der kaum zu Spieleinsätzen in der Kampfmannschaft kommt (ironisch) – 7) der Eisenfuß: hart spielender Fußballer – 8) der Gescherte [gscheade]: (in Wien) Fußballer aus einem (beliebigen) österreichischen Bundesland (abwertend); Gescherter bedeutet in Wien: Bewohner eines (beliebigen) österreichischen Bundeslandes (abwertend) – 9) das Häusl [haesl]: schlecht spielender Fußballer (stark abwertend, Häusl bedeutet Toilette, Abort) – 10) der Holzgeschnitzte [hoedsgschnitsde]: grobschlächtiger, plumper Fußballer – 11) der Kicker (engl.), „Normalwort“ für Fußballer; in vielen Zusammensetzungen, z. B.: Antikicker: untalentierter Fußballer, Badkicker: behäbig, langsam (wie im Freibad) spielender Fußballer, Schweinskicker: schlecht, unattraktiv (auch: unangemessen hart) spielender Fußballer, Wahnsinns- und Weltkicker: herausragend gut/begeisternd spielender Fußballer; vgl. der Kick (Fußballspiel), kicken (Fußball spielen), das Kickerl: (nicht wettkampfmäßiges, spontanes, Freundschafts- u. Ä.) Fußballspiel – 12) die Kuh [kua]: untalentierter, unbeholfen spielender Fußballer (abwertend) – 13) der Rambo: athletischer Fußballer (auch Spitzname des ehemaligen Austria-Spielers Anton Pfeffer) – 14) der Rastelli: technisch besonders versierter Fußballer (ironisch); Name eines Jongleurs aus dem frühen 20. Jh. – 15) der Zangler: technisch besonders versierter Fußballer; von zangeln (mit der Zange, feinmechanisch, arbeiten).

Der Fußballer (abhängig von der Spielposition)

1) der (linke/rechte) Außenpracker: (linker/rechter) Außendecker, von dialektal pracken (schlagen) bzw. der Pracker: (Teppich-)Klopfer, auch: Schlag – 2) der (linke/rechte) Furchler/Furchenzieher: (linker/rechter) Mittelfeldspieler, als ob er auf dem Spielfeld „Furchen“ ziehen würde – 3) der Goalie (engl.) [gooli] „Normalwort“ für Torhüter, vgl. Goal (Tor); viele Zusammensetzungen, z.B.: Eiergoalie (schlechter Tormann), Einsergoalie (Stamm-Tormann), Zweiergoalie (Ersatzmann); weitere Begriffe für Tormann: der Goal-Esel, der Goal-Mann, der Handschuh, die Goal-Leute (nur Mehrzahl) – 4) die Klette [gletn]: Manndecker („hängt“ wie eine Klette an seinem Gegenspieler), vgl. der Wadlbeißer – 5)der Knipser: Goalgetter – 6) der (linke/rechte) Sauser:(linker/rechter) Flügelstürmer, Links-/Rechtsaußen; von sausen (eilen, schnell laufen) – 7) der Wadlbeißer: zäher, für Gegenspieler unangenehmer Manndecker, von Wadl (Wade) – 8) der Zehner: Spielmacher, Regisseur, von der Rückennummer 10.

Der Schiedsrichter, sein Assistent und weitere Personen

1) der Ballschani (Balljunge), von Schani: (nach franz. Jean) dialektale Koseform für Johann, wird allgemein für Kellner(lehrling), Piccolo, Diener verwendet – 2) der Outwachler = Zusammensetzung aus Out (engl.) Aus (= Spielfeld-Bereich jenseits der Tor- bzw. Seiten[aus]linie) u. Wachler (= dialektal jemand, der wachelt, d. h. [mit einer Fahne winkt] – 3) der Sani: Sanitäter – 4) der Schiri: „Normalwort“ für Schiedsrichter – 5) der Schwarze:Schiedsrichter; von der (meist) schwarzen Farbe der Schiedsrichterkleidung – 6) die schwarze Sau: Schiedsrichter (derb); Zuruf der Zuschauer: Ausse (dialektal: hinaus) mit der schwarzen Sau! – 7) der Verbandsdelogierte:Verbandsdelegierter(scherzhafte Verballhornung) – 8) der Zeugerer: Zeugwart.

Fußballmannschaften

1) die Erste: (Vereins-)Kampfmannschaft – 2) die Partie: Fußballmannschaft; wohl aus der Arbeitswelt (eine Gruppe von Arbeitern); häufig in Zusammensetzungen/Fügungen, z. B.: Agraselpartie: schlechte Fußballmannschaft (veraltet), Agrasel [oogroosl/aagraasl]: ostösterreichisch-dialektal Stachelbeere; ebenso sauer wie diese „schmeckt“ das Spiel einer schlechten Mannschaft; eingerauchte Partie: schlechte Fußballmannschaft (spielt wie „eingeraucht“, d. h. vom Haschisch-/Marihuanakonsum beeinträchtigt); grüne Partie: Mannschaft mit jungen, unerfahrenen Spielern; Schweinspartie: schlechte (auch: unfair, zu hart spielende) Mannschaft; schwindlige Partie: schlechte, unfähige Mannschaft; Wahnsinns-, Weltpartie: qualitätsmäßig herausragende Mannschaft; Wirtshauspartie: Hobbymannschaft (für Profimannschaften abwertend); Zanglerpartie: Mannschaft mit hohem technischen Niveau;
Partie bedeutet auch Fußballspiel, alle genannten Zusammensetzungen werden entsprechend verwendet, z. B. Agraselpartie (schlechtes Fußballspiel) usw.; gleichbedeutend mit Partie ist weiters: die Truppe – 3) (die) Rapid:Mannschaft des SK Rapid Wien (österreichischer Rekordmeister und einer der populärsten Fußballvereine Österreichs); in Wien immer mit Artikel: die Rapid – 4) die Revue: Reservemannschaft (scherzhaft) – 5) die Truppe: für Fußballmannschaft gleichbedeutend mit Partie, auch in entsprechenden Zusammensetzungen/Phrasen; wohl aus dem Militärbereich – 6) die Unsrigen: (Kampf-)Mannschaft des eigenen Vereins.

Das Fußballspiel – Wettkampf, Training, Freizeit

1) die Hösche [höösche] (Wien), Eröffnung/Abschluss beim Training: Im Kreis stehende Kicker spielen sich auf engem Raum den Ball zu, ein weiterer Spieler innerhalb des Kreises versucht, den Ball zu erwischen; hösche bedeutete im Mittelalter Hohn, Spott; in der Fußballersprache auch in der Verkleinerungsform: das Höscherl – 2) der Kick (von engl. to kick): „Normalwort“ für Fußballspiel; bildet dieselben Zusammensetzungen wie Partie; weiters: Alibikick (lustlos, unambitioniert „heruntergespultes“ Spiel); vgl. auch der Kicker, kicken sowie: das Kickerl – 3) das Klein-Kein: (Kurzpass-)Spiel auf engem Raum (oft abwertend); vgl. das Scheiberlspiel – 4) die Kleine: (Trainings-)Spiel auf kleinem Raum (zum Beispiel über die Breite des Fußballfeldes) mit kleineren Toren – 5) das Kopf-Volley: (Trainings-)Spiel, bei dem nur per Kopf oder volley (Ballabnahme direkt aus der Luft) erzielte Tore zählen – 6) das Match [metsch] (engl.), „Normalwort“ für Fußballspiel; Verkleinerungsform: das Matcherl: Trainings-/Freizeitspielspiel unter Freunden; auch gefühlsbetont für ein Wettkampfspiel; vgl. das Kickerl – 7) die Partie: Fußballspiel (auch für Fußballmannschaft); steht ebenfalls in Zusammensetzungen, die eine positive oder eine negative Bedeutung haben, vgl. Partie (unter „Fußballmannschaften“) – 10) das Scheiberlspiel [schääwal(g)schbüü] (hauptsächlich in Wien): (ineffizientes) Kurzpass-Spiel; vgl. das Klein-Klein – 11) der Schusserer: (Trainings-)Spiel, bei dem ab einer bestimmten (markierten) Linie (zum Beispiel der Strafraumgrenze) auf das Tor geschossen werden muss.

Das Fußballspiel – Aktionen, Phasen, Verlauf

1) die Partie/das Match ab-/hinleeren [owelaan]: fahrlässig, unnötig verlieren – 2) der Ankick (aus dt. an + engl. to kick): Anstoß bei Spielbeginn; vgl. kicken samt Ableitungen, Zusammensetzungen – 3) der Anpfiff: Schiedsrichterpfiff bei Spielbeginn – 4) sich anschütten: sich im Spiel bloßstellen, blamieren – 5) (auf-)geigen: technisch hochwertig spielen; vgl. auch fiedeln, zaubern – 6) ausputzen: den Ball im eigenen Strafraum wegschießen, wegschlagen – 7) die Partie/das Match ausschütten: ein praktisch gewonnenes Spiel verlieren – 8) das Bummerl: Tor (ausschließlich Treffer im Spiel, nicht für das Torgehäuse); eigentlich: Verlustpunkt, -partie beim Kartenspiel – 9) eingehen: mit Fortdauer des Spiels schwächer werden – 10) fiedeln: technisch hochwertig spielen; vgl. auch (auf)geigen, zaubern – 11) das Goal [goe] (engl.): Tor, als Treffer im Spiel (vgl. Knopf); das Eiergoal, engl.-dt. Mischwort: ein für den Tormann (Eiergoalie) blamables, vermeidbares Tor; das Steirergoal, englisch-deutsches Mischwort: ein Tor, bei dem der Ball dem Tormann zwischen den Beinen durchgespielt worden ist – 12) (den Gegner) häkerln: aus Überlegenheit „vorführen“ – 13) der Knopf: Tor (nur als Treffer im Spiel, nicht für das Torgehäuse) – 14) (dem Gegenspieler) ein Reiberl geben: im Vorbeilaufen mit dem Ellenbogen attackieren – 15) (den Gegner) im Reindl haben: ihm (stark) überlegen sein – 16) die Schraube [schroofm]: (hauptsächlich in Wien) hoher, souverän herausgespielter Sieg bzw. entsprechende Niederlage – 17) vergeigen, -gurken, -juxen, -nebeln, -semmeln, -schustern, -sieben: eine Torchance vergeben – 18) wässern [wassan]: das Spiel verzögern, ähnlich: tröpfeln lassen; Traineranweisung: Dads wassan! (Tut wässern!) Verzögert das Spiel! – 19) (weg)putzen: deutlich, souverän besiegen – 20) zaubern: technisch hochwertig spielen; vgl. auch (auf-)geigen, fiedeln.

 

Tricks, Spieltechniken u. Ä.

1) der Darübersteiger: ein Trick: Der Spieler deutet an, über den Ball zu steigen, zieht jedoch den Fuß zurück und überspielt den Gegner – 2) sich eindrehen [se äädraan]: (besonders in Wien) den Ball mit dem Körper abdecken und sich dabei um die eigene Achse drehen – 3) der Eisenbahner (auch: der Eisenbahner-Schmäh): ein Trick: Der Spieler täuscht eine Gewichtsverlagerung vor und überspielt den Gegner, wenn dieser (oft reflexartig) „mitgeht“ (und somit auf dem „falschen Fuß“ steht); der Ursprung des Ausdrucks ist eventuell bildhaft: den Gegenspieler „aufs falsche Gleis“ stellen und ihm „davonfahren“.

Resümee und Ausblick

Die Fußballersprache hat im Wesentlichen zwei ineinandergreifende Funktionen. Sie ist einerseits Fach- bzw. Berufssprache der Fußballspieler und -trainer. Hier steht sie in Verbindung mit jenen Varietäten, die in Medien für die Berichterstattung Verwendung finden, sowie mit der Fachsprache des offiziellen Fußballregelwerks. Darüber hinaus ist sie auch ein „Soziolekt“, eine Gruppensprache, die alle Menschen, die sie verstehen bzw. verwenden – sei es beruflich in einem weiter ausgreifenden Sinn oder als Fan – identitätsbildend zusammenschließt und nach „außen“ abgrenzt. Sie ist aber im Gegensatz zur Sprache in den Medien oder im Regelwerk dialektal bzw. umgangssprachlich geprägt und dient normalerweise ausschließlich der mündlichen Kommunikation. Nicht zuletzt deshalb beweist die österreichische Fußballersprache auch, wie gut sich englischer (Fach-)Wortschatz und deutsche Dialekte „vertragen“, mehr noch: zu einer spezifischen Sprachform verschmelzen können.

Wie alles Sprachliche – und somit Gesellschaftliche – ist auch die Fußballersprache (und dies nicht nur in Österreich) ständig im Wandel begriffen. Einige der oben angeführten Wörter und Wendungen sind heutzutage veraltet, bei anderen zeichnet sich ein entsprechender Prozess bereits ab. Abgesehen vom Wortschatz verändert sich die Charakteristik der Fußballersprache auch aufgrund des rückläufigen Dialektgebrauchs, und dies zeigt sich insbesondere im Großraum Wien. Dabei gilt aber sowohl für den Dialekt als auch die Fußballersprache, dass sie nicht „verschwinden“, sondern sich im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Veränderungen wandeln. Denn nur eine auf diese Weise „lebendige“ und flexible Sprache kann ihre vielfältigen Aufgaben innerhalb der menschlichen Gemeinschaft dauerhaft erfüllen.

Dialekt- forscher

1964
wird Manfred Michael Glauninger am 16.Jänner in Graz geboren.

2012
Er forscht an der österreichischen Akademie der Wissenschaften und lehrt an den Universitäten Wien, Graz und Salzburg.

www.oeaw.ac.at/dinamlex

http://germanistik.univie.ac.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.06.2012)

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